Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Der Pfälzerwald ist das größte zusammhängende Waldgebiet Deutschlands. Seit 1992 ist er UNESCO-Biosphärenreservat. 1998 wurde er Teil des ersten grenzüberschreitenden deutsch-französischen Biosphärenreservats „Pfälzerwald-Nordvogesen“.

Durch das trocken-warme Klima sowie Felsen und Schluchten gibt es eine Vielzahl verschiedener Lebensräume im Pfälzerwald. Neben Buchenwäldern findet man in nasseren Bereichen Sumpf-, Bruch und Moorwälder und in Tälern Schluchtwälder. Auf sonnenbeschienenen Felshängen mit einer nur dünnen Bodenschicht kommen Eichen-dominierte Trockenwälder vor. Die häufigste Baumart im Pfälzerwald ist jedoch die Kiefer. Sie wurde gepflanzt, da sie Trockenheit verträgt und als Nadelbaum deutlich schneller wächst als etwa Eiche oder Buche.

Eine Eigenart des Pfälzerwaldes ist die landschaftliche Zweiteilung. Im Norden finden sich langgestreckte Bergrücken und tief eingeschnittene Kerbtäler. Im Süden mit dem Dahner Felsenland und dem Wasgau beeindruckende Felsformationen.

Was bedeutet Biosphärenreservat?

Biosphärenreservate tragen dazu bei, natürliche Ressourcen zu erhalten, Umweltbelastungen vorzubeugen und umweltgerechtes Verhalten bewusst zu machen. Der Pfälzerwald ist zudem ein wichtiger Wasserspeicher für die Region und ein wertvoller Frischluftspender. Auch als Naherholungs- und Naturerlebnisgebiet hat er eine große Bedeutung.

Damit er all diese Funktionen erfüllen kann, ist ein gutes Schutzkonzept erforderlich, das regelmäßig überprüft und angepasst werden muss. Teil dieses Konzeptes ist die Ausweisung von Kernzonen, in denen sich naturnahe Wälder unbeeinflusst entwickeln können.

 

BUND für eine konsequente Weiterentwicklung des Biosphärenreservats

Der BUND begleitet die Entwicklung des Biosphärenreservats seit seiner Entstehung. Wir sind in verschiedenen Gremien vertreten und bringen uns dort konstruktiv ein. So haben wir viele Jahre darauf gedrungen, dass der Anteil an Kernzonen-Flächen auf 3 Prozent erhöht wird. Das ist der Standard für Biosphärenreservate. Wir haben selbst detaillierte Vorschläge ausgearbeitet. Unser Konzept wurde vom Land aufgegriffen. Die Kernzone soll erweitert werden, dabei soll ein Teil unserer Vorschläge berücksichtigt werden.

 

BUND kämpft gegen Zerschneidung des Pfälzerwaldes

Historische Erfolge - Verhinderung der A 8 durch den Pfälzerwald

Bereits in den 1980er Jahren gelang dem BUND einer der beeindruckendsten Erfolge für den Naturschutz im Pfälzerwald. Durch die wunderschöne Landschaft des Wasgaus, Bienwalds und des Dahner Felsenlands sollte eine Autobahn führen. Die Bundesautobahn 8 sollte Pirmasens mit Karlsruhe verbinden. Die Politik versprach eine segensreiche Wirkung der Straße für das strukturschwache aber landschaftlich und touristisch interessante Gebiet.

Schon damals war Bürgerbeteiligung gefragt: 25.000 Pfälzer Bürger*innen sprachen sich mit ihrer Unterschrift gegen den Bau aus. Der BUND blieb immer am Ball und versorgte Politik*innen und Bürger*innen kontinuierlich mit Hintergrundinformationen und Stellungnahmen aus Sicht des Natur- und Verbraucherschutzes. Der Widerstand wuchs und die Stimmen derer, die den Bau für unabdingbar für die Pfalz hielten, wurden mehr und mehr in die Defensive gedrängt.

Im Juli 1985 kam dann das endgültige Aus für die A 8 durch den Pfälzerwald. Alternativ wurde nun die zweispurige Südumgehung der Stadt Pirmasens und der ortsdurchgangsfreie Ausbau der B 10 betrieben. Die Diskussion um diese Projekte dauert bis heute an.

B 10-Ausbau

Heute kämpft der BUND gegen den autobahnähnlichen Ausbau der B 10. Bereits jetzt führt der  europäische Transitverkehr auf der B10 zu einer hohen Belastung der Anwohner*innen und des Gebiets. Ein vierspuriger, autobahnähnlicher Ausbau der Straße würde noch weiteren Transitverkehr anziehen. Die B 10 zerschneidet den Pfälzerwald und wirkt als Barriere für die Tier- und Pflanzenwelt. Bei einer deutlich breiteren und deutlich stärker befahrenen Straße wäre auch diese Barrierewirkung ebenso wie die Belastung mit Schadstoffen und Lärm deutlich größer.

 

 

BUND-Bestellkorb