20. Oktober ist bundesweiter „Tag der Allee“

19. Oktober 2009 | BUND

Alzeyer Mehlbeeren-Allee gewinnt bei Fotowettbewerb des BUND

Mit diesem Foto hat Julia Polzer aus Karlsbad den Wettbewerb in der Kategorie Kinder und Jugendliche gewonnen.

Alzey: Zum „Tag der Allee“ am 20. Oktober hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Mehlbeerenallee von Alzey nach Erbes-Büdesheim im Rahmen eines bundesweiten Fotowettbewerbes ausgezeichnet. Das Foto der Alzeyer Mehlbeerenallee mit Windkraftanlagen im Hintergrund geschossen von Julia Polzer, einer Schülerin aus Karlsbad bei Karlsruhe, wurde im Wettbewerb in der Kategorie Kinder und Jugendliche ausgezeichnet.

Die Mehlbeerenallee, die auch Teil der Deutschen Alleenstraße in Rheinland-Pfalz ist, stelle beispielhaft die Bedeutung von Alleen in der ausgeräumten Agrarlandschaft dar, so der BUND. Alleen seien oft die letzten Zufluchtstätten gefährdeter Tierarten. Mehlbeeren leisten mit ihren Blüten als Insektennahrung und den leuchtend roten Früchten, die als Vogelnahrung dienen, besonders wertvolle Beiträge zum Erhalt der Artenvielfalt. Für Reisende bieten sie ein besonderes Landschaftserlebnis. Die Alleebäume filtern Schadstoffe aus der Luft und verbessern das Mikroklima am Standort für Mensch und Tier. Gefährdet sei die Mehlbeerallee bei Alzey durch den Straßenverkehr. Anfahrschäden an den Bäumen zeugen von den Belastungen durch den Straßenverkehr und von unsachgemäßer Fahrweise. In der Allee ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erlaubt.

Die Alleen in Deutschland sind laut BUND durch den weiter zunehmenden Verkehr gefährdet. Der ständige Straßenausbau, rigorose Schnittmaßnahmen und Tausalzeinsatz im Winterdienst beschädigen laufend den Bestand.

Bereits mit wenigen Maßnahmen könnten laut BUND viele Alleebäume gerettet werden, z. B. durch die Verwendung von Splitt oder Kies statt Tausalz und durch die Reduzierung des Schwerlastverkehrs. Außerdem wäre ein Tempolimit von 80 km/h – wie auf der Insel Rügen bereits weitgehend praktiziert – ein weit wirksameres Instrument, um mehr Verkehrssicherheit zu erreichen, statt für breitere Straßen jährlich Tausende Alleebäume zu fällen. Um notwendige Pflege- und Schutzmaßnahmen bestimmen zu können, müsse der Alleenbestand bundesweit erfasst und bewertet werden. Bisher gebe es nur für wenige Bundesländer verlässliche Zahlen.

Hintergrund zur Mehlbeerenallee bei Alzey:

Die Gesamtlänge der Allee beträgt 900 Meter. Die etwa 100 Jahre alten Mehlbeeren stehen geschlossen auf 560 Meter davon. Den Westteil der Allee bilden Ahorn und Feldulmen. Obwohl die Mehlbeeren schon etwa 100 Jahre an der Straße stehen haben sie bisher allen Verkehrsentwicklungen getrotzt. Ahorn und Feldulmen dagegen sind bereits teils abgängig, was größere Lücken innerhalb der Allee bewirkt hat.. Das Sterben der Ulmen ist auf den Ulmensplintkäfer zurückzuführen. Ahornbäume sind besonders tausalzempfindlich. Mehlbeeren hingegen weniger. Den Namen hat die Mehlbeere, weil die kleinen apfelförmigen Früchte früher gesammelt und als Mehlersatz im Brot verbacken wurden oder zu Fruchtmus gemacht wurden.

Die Deutsche Alleenstraße wurde im weiteren Verlauf westlich der Mehlbeerenallee durch die Neuanpflanzung von jungen Linden über eine zweckgebundene Ersatzgeldzahlungsvereinbarung zwischen dem Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz. und einem Windfarminvestor durch Vermittlung seitens der unteren Naturschutzbehörde aufgewertet. Der dort vormals kahle Straßenabschnitt verbindet nun somit mit Bäumen bestandene Seitenbereiche zur durchgehenden Allee auf dem Hochplateau. Diese landschaftsbildaufwertende Neugestaltung in direktem Sichtbezug zur Windfarm stellt eine Eingriffskompensation ohne Flächeninanspruchnahme hochwertiger landwirtschaftlich nutzbarer Böden dar.

Mit diesem Foto hat Julia Polzer aus Karlsbad den Wettbewerb in der Kategorie Kinder und Jugendliche gewonnen.

Alle Wettbewerbsbeiträge finden Sie unter www.allee-des-jahres.de 

Ein druckfähiges Foto der Alzeyer Mehlbeerenallee  finden Sie hier.

 

Kontakt: Sabine Yacoub, Naturschutzreferentin, 06131-62706-20 oder -0 

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