BASF soll Gentechnikprojekt aufgeben

29. April 2009 | Ernährung, Landwirtschaft

Gen-Kartoffel Amflora

MAINZ.  Anlässlich der Genehmigung des Freiflächenabaus gentechnisch veränderter Kartoffeln durch Bundeslandwirtschaftministerin Aigner und der morgigen BASF-Hauptversammlung wiederholt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. seine ablehnende Haltung gegen die Agrogentechnik. Der BUND sieht in dem Freilandversuch ein nicht vertretbares Risiko für die Sicherheit von Mensch, Natur und Umwelt.

BUND-Landesvorsitzender Dr. Bernhard Braun fordert: „Die BASF soll angesichts der Umweltrisiken der Agrogentechnik sowie der konstant hohen Ablehnung bei der Bevölkerung das Projekt wegen fehlender Zukunftsfähigkeit aufgeben. Er fordert Umwelt- und Verbraucherministerin Margit Conrad auf, Ihre Unterstützung für den Freilandversuch zurückzuziehen.“

Bei dem Versuch geht es um die von der BASF für die Industrie entwickelte Kartoffel „Amflora“ mit einer veränderten Stärkezusammensetzung. Im Einzelnen begründet der BUND seine Forderung folgendermaßen:

  • Über die Auswirkungen, die der Verzehr der Kartoffeln auf Mensch und Natur haben kann, gibt es keine Untersuchungen. Es ist damit zu rechnen, dass die für industrielle Verarbeitung vorge­sehene Kartoffel dennoch in die Nahrungskette gelangen kann  -  durch Tausende auf den Äckern liegen bleibende, bis zu fünf Jahre in der Erde überwinternde und von jagdbaren Wild­tieren aufgenommene Knollen. Mit der Bildung unerwarteter Proteine, die Allergien auslösen können, muss gerechnet werden. Zudem scheinen Untersuchungen zur Wirkung der Gen-Kartoffel auf das Bodenleben und Nicht-Zielorganismen nicht geplant zu sein.
  • Unter Stressbedingungen des Freilandes wie etwa Hitze und Trockenheit kann sich u. U. der Gehalt von giftigem Glykoalkaloid erhöhen.
  • Amflora enthält als Markergen eine Resistenz gegen Antibiotika. Die Europäische Arzneimittel­behörde (Emea) weist darauf hin, dass die betroffenen Antibiotika als Notfallmedikamente ein­gesetzt werden. Die Emea befürchtet, dass das Resistenzgen an Bakterien weitergegeben wird. Damit würden die Notfallmedikamente ihre Wirksamkeit verlieren.

Für Rückfragen:

Dr. Bernhard Braun, 0621-5294080 bzw. 0177-4638793
Sabine Yacoub Tel.: 06131 – 62706-20 

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