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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Blühendes Rheinhessen: Naturnahe Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft angekommen

21. Februar 2019 | Landwirtschaft, Naturschutz, Wildbienen

Etwa 125 Personen, davon etwa hälftig Vertreter aus der Landwirtschaft einerseits sowie aus dem Naturschutz andererseits, besuchten den Vortragsabend „Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam für die Artenvielfalt“ des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz am 20. Februar 2019 in der Aula des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) in Oppenheim. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Blühendes Rheinhessen – Wein, Weizen, Wildbienen“ statt. Die Teilnehmendenzahl übertraf alle Erwartungen und zeigt, dass das Thema naturnahe Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Jochen Goedecke (GeoPlan-Land & Natur, Freiburg) berichtete im ersten Vortrag über seine Erfahrungen in der Landwirtschaftsberatung in Baden-Württemberg. Als Leiter des Dialogforums Naturschutz-Landwirtschaft berät er Landwirte vor Ort in Punkto Naturschutz und Biodiversität. Julia Arndt leitet die Gruppe Landwirtschaft und Umwelt am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Bad Kreuznach und ist Fachschul-Dozentin für die Themen Landbau und Naturschutz. Sie erläuterte anschaulich, wie die Landwirtschaftsberatung in Rheinland-Pfalz funktioniert.

Die Veranstaltung traf mit der Notwendigkeit alte Gräben zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zu überwinden und gemeinsam in Sachen Insektenrückgang aktiv zu werden den Puls der Zeit. Die beiden Vorträge zeigten hierfür wichtige Tipps, gute Beispiele, aber auch Fallstricke für einen gelingenden Dialog auf. Goedecke schöpfte dabei aus seinen Erfahrungen in Baden-Württemberg, Arndt aus der Praxis der landwirtschaftlichen Förderung in Rheinland-Pfalz. Beides trug zum Verständnis der Anliegen und Nöte der anwesenden Landwirte und Winzer sowie der Naturschützer bei. Bei der anschließenden lebhaften Diskussion wurde die Notwendigkeit und die Bereitschaft zum Handeln von allen gesehen. Einige Teilnehmer kamen aus verschiedenen Verwaltungsebenen. Sie spielen einen wichtigen Part auf dem Weg zu mehr Artenschutz in der landwirtschaftlichen Fläche.

Die große Beteiligung zeigt, dass das Thema Naturschutz in der Landwirtschaft im Vorfeld der Europawahlen am 26. Mai und der anstehenden Reform der „Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)“ der EU 2020 von allgemeinem Interesse ist. „Es gibt heute nur noch etwa halb so viele landwirtschaftliche Betriebe in Rheinland-Pfalz wie Ende der Neunzigerjahre“, betont BUND-Projektleiterin Dr. Tatjana Schneckenburger. „Betriebe müssen immer größer werden oder alternative Wege suchen, um bestehen zu können.“ Das ist einer der Faktoren für eine immer intensivere Landwirtschaft. Schneckenburger betont, dass die Wertschätzung für Lebensmittel und diejenigen, die sie produzieren, steigen muss, dass Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam an einem Strang ziehen müssen und dass die Weichen in der EU-Agrarreform 2020 richtig gestellt werden müssen.

Der BUND fordert eine andere Gemeinsame Europäische Agrarpolitik. Die Finanzmittel zur Unterstützung der Landwirtschaft müssen genutzt werden, um entschieden gegen das Höfesterben, gegen den Verlust der Artenvielfalt, gegen die Verschmutzung der Gewässer, der Luft und des Bodens vorzugehen. Die GAP muss zudem einen Beitrag zu Klima-, Biodiversitäts- und Tierschutz leisten und Regionalität fördern anstatt Agrar-Exporte zu unterstützen. Das BUND-Projekt „Blühendens Rheinhessen – Wein, Weizen, Wildbienen“ wird aus Mitteln der Aktion Grün des Umweltministeriums gefördert.

Rückfragen bitte an Dr. Tatjana Schneckenburger, tatjana.schneckenburger(at)bund-rlp.de

Weitere Infos:

https://www.bund-rlp.de/themen/mensch-natur/landwirtschaft

www.bund-rlp.de/wildbienen; https://www.bund.net/landwirtschaft/eu-agrarpolitik 

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