BUND-Aktion zum Weltbodentag: „Bodenschutz statt Betonschmutz“

04. Dezember 2020 | Landwirtschaft, Lebensräume, Nachhaltigkeit, Naturschutz

Vom Bodensee bis Hamburg sorgt man sich um die Böden – Fast 200 Bodeninteressierte machen bei Fotoaktion mit

Dank vieler Aktiver war die Fotoaktion "Bodenschutz statt Betonschmutz" zum Weltbodentag 2020 ein voller Erfolg.

Mainz. Zum Weltbodentag am 5. Dezember hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband  Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Bodenschutz statt Betonschmutz“ zur Fotoaktion aufgerufen. Alle Bodeninteressierten sollten sich vor einem gefährdeten Boden fotografieren lassen und damit ihrer Sorge um die Böden sichtbar Ausdruck verleihen. An der Aktion haben sich fast 200 Menschen mit mehr als 100 gefährdeten Böden zwischen dem Bodensee und Hamburg innerhalb kürzester Zeit beteiligt. Darunter sind landwirtschaftliche Flächen, Gartenkolonien, Wälder und besonders wertvolle Naturschutzgebiete zu sehen, die von Bauvorhaben betroffen sind. Die geplanten Bauprojekte zerstören durch Versiegelung des Bodens die vielfältigen Leistungen, die der Boden für uns erbringt.

Dazu Sabine Yacoub, Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz: „Wir sind überwältigt von der Resonanz unseres Aufrufs. Dies zeigt deutlich, dass den Menschen der Schutz von Böden am Herzen liegt und Flächenverbrauch als politisches Thema auf die Agenda aller Parteien gehört.“

Böden sind in Gefahr

Böden sind faszinierend, hoch komplex und unsere Lebensgrundlage. Die einzigartige Zusammensetzung aus Mineralen, Humus und Bodenlebewesen und die daraus entstehende Struktur liefert Pflanzen und Tieren optimale Lebensbedingungen. Ohne Böden keine Nahrung und keine Artenvielfalt. Böden filtern den Niederschlag, es entsteht Grundwasser mit Trinkwassergüte. Darüber hinaus speichern sie etwa fünfmal so viel Kohlenstoff wie die gesamte Biomasse auf der Erde und wirken so dem Klimawandel entgegen.
Doch die Bildung eines fruchtbaren Bodens dauert im Durchschnitt mehrere tausend Jahre. Böden sind also eine nicht-erneuerbare Ressource. Durch eine noch immer sehr hohe Versiegelungsrate und die industrielle Landwirtschaft sind die Böden in Gefahr.

Das Flächensparziel der Bundesregierung den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar tägliche Neuversiegelung zu reduzieren wird absehbar verfehlt und wurde bereits im vergangenen Jahr kurzerhand auf das Jahr 2030 verschoben. Die täglich neue Ausweisung von Baugebieten für Industrie, Verkehr und Wohnen auf der grünen Wiese zeigt deutlich, dass der Boden von vielen Entscheiderinnen und Entscheidern noch als vernachlässigbares Thema angesehen wird.

Die Bilder der Aktion „Bodenschutz statt Betonschmutz“ sind ab dem 5. Dezember der Homepage des BUND Rheinland-Pfalz, auf dem Flächenpolitik-Blog www.lumbricus.world und auf der Facebook-Seite des BUND Rheinland-Pfalz zu finden.

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Weitere Informationen zum Thema Böden

Kontakt: AK Flächenverbrauch und Boden - Sprecherin Jenni Follmann, jenni.follmann(at)bund-rlp.de

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