„Gentechnik in Landwirtschaft und Ernährung ist ein schwerwiegender Irrweg“, betont BUND Landesvorsitzender Harry Neumann. „Wir werden es nicht zulassen, dass wenige Konzerne durch den Ausbau ihrer Machtmonopole über unsere Lebensgrundlagen bestimmen und damit letztlich die Artenvielfalt zerstören. Dass nun auch die rheinland-pfälzische Landesregierung dieses Ziel unterstützt, freut uns.“
In Deutschland sind damit 6 von 16 Bundesländern Mitglied im Netzwerk Gentechnikfreie Regionen. „Wir hoffen, dass nun die anderen Bundesländer dem Beispiel folgen“, wünscht sich BUND Landesgeschäftsführerin Sabine Yacoub. Aber auch viele andere Akteure könnten etwas zur Gentechnikfreiheit beitragen. „Wenn sich rheinland-pfälzische Landwirte der Zielsetzung einer gentechnikfreien Landwirtschaft und Ernährungsweise anschließen, dann haben sie den BUND auf ihrer Seite“, betont Harry Neumann. Eine gute Möglichkeit hierfür sei die Gründung von gentechnikfreien Regionen, in denen sich die beteiligten Landwirte zu einer Wirtschaftsweise ohne Gentechnisch veränderte Organismen verpflichten. Dies beinhalte dann auch die Verwendung von gentechnikfreien Futtermitteln. Dies sei besonders wichtig, da derzeit in Deutschland keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden, allerdings große Mengen an gentechnisch verändertem Soja und Mais für Futtermittel importiert werden. Ihre Verwendung muss bei Fleisch, Milchprodukten und Eiern nicht gekennzeichnet werden. „Um sicher zu gehen, dass die Tiere keine Gentechnik im Trog hatten, ist es am besten, Milch, Fleisch und Eier von Tieren aus artgerechter Bio- oder Neulandhaltung zu kaufen. Denn in der Ökologischen Landwirtschaft und bei Neuland ist die Verwendung von gentechnisch veränderten Produkten generell verboten,“ erläutert Sabine Yacoub. Als „zweitbeste Lösung“ biete sich der Kauf von Produkten mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ an. Lebensmittelproduzenten und -märkte fordert der BUND auf, dem Wunsch der Verbraucher zu folgen und ihre Produkte gentechnikfrei zu produzieren und durch das Siegel „ohne Gentechnik“ zu kennzeichnen.
Vom Land erhofft sich der BUND nach der politischen Willensbekundung nun weitere konkrete Schritte zur Gentechnikfreiheit. Hierzu gehöre z. B. das Verbot von gentechnisch veränderten Organismen in Schutzgebieten, ein Schutzabstand zu Bienenvölkern aber auch eine Initiative zur gentechnikfreien Versorgung in Kantinen, Großküchen und Schulen im Land. Wichtig seien auch Initiativen im Bundesrat, um auf die deutsche Politik auf EU-Ebene Einfluss zu nehmen. Zurzeit stehe zwar keine Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) an, es liegen aber für etwa 20 gentechnisch veränderte Pflanzen Zulassungsanträge vor. Außerdem besteht die Gefahr, dass durch das geplante Freihandelsabkommen mit den USA Regelungen wie die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Organismen, die Null-Toleranz für nicht zugelassene GVOs und andere elementare Verbraucherrechte gekippt werden. „Wir dürfen nicht zulassen, dass der Schutz von Mensch und Natur zu Handelshemmnissen umdeklariert und dadurch abgeschafft wird. Das ist undemokratisch und gegen die Interessen der Bevölkerung und unserer bäuerlichen Landwirtschaft. Allein die internationalen Großkonzerne profitieren davon“, betont Harry Neumann.
Für Rückfragen:
Harry Neumann, BUND Landesvorsitzender, 02626-926441 oder 01577-95 75 158
Sabine Yacoub, BUND Landesgeschäftsführerin, 06131-62706-0 oder 0174-99 71