BUND fordert Verbot von „Fracking“ auch in Rheinland-Pfalz

20. Februar 2013 | Chemie, Energiewende, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Umweltgifte, Ressourcen & Technik

Gefahren für Trinkwasser befürchtet. BASF soll Forschung einstellen.

Mainz. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz kritisiert heftig aktuelle Initiativen von Politik und Großunternehmen zur Nutzung von Schiefergas. Sowohl die Gesetzesinitiative zur Regelung des sog. „Frackings“ durch Bundesminister Peter Altmeier wie auch die kürzliche Ankündigung der Ludwigshafener BASF-Konzernspitze, verstärkt im Bereich Fracking zu forschen und die Nutzung - auch in Deutschland - anzustreben sind nach Meinung des BUND alarmierende Zeichen für den Einstieg in eine weitere umweltgefährdende Großtechnologie. Fracking wird deshalb eines der wichtigen Themen auf der kommenden BUND-Landesdelegierten­versammlung sein, wie heute von der Kreisgruppe Koblenz und dem Landesarbeitskreis Energie beantragt.
„Die Goldgräberstimmung in den USA und die häufigen giftigen Einträge ins Trinkwasser dort oder auch in Polen lassen das Schlimmste befürchten. Wasser ist eine kostbare Ressource, diese darf nicht wegen Profitdenkens der Industrie gefährdet werden“, so Bauingenieur und Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk, Koblenz. Die meisten potenziellen Schiefergasgebiete liegen zwar in Norddeutschland, NRW und im Süden nahe des Bodensees, doch auch Rheinland-Pfalz habe im Oberrheingraben laut Umweltbundesamt mögliche Lagerstätten. Das Problem Fracking geht unser Bundesland also direkt an. Besonders ärgerlich ist aus Sicht des BUND ferner, dass mit der BASF gerade ein heimisches Großunternehmen zu einem Fracking-Vorreiter in Deutschland, Osteuropa und Südamerika werden möchte. „Offensichtlich setzt man auf ein konzernfreundliches Bergrecht bei uns und laxe Umwelt­standards anderswo. Der BUND fordert die BASF Ludwigshafen darum auf, ihr Engagement auf diesem Gebiet sofort einzustellen und sämtliche Vorbereitungen, Forschungen und Lobbyarbeit zu unterlassen“, so Bialk.

Für die Energiewende ist Fracking nach Einschätzung des BUND ebenfalls hinderlich. Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin: „Fracking wirkt kontraproduktiv, wenn es um den raschen Umstieg auf Erneuerbare geht. Das klimaschädliche Verbrennen fossiler Rohstoffe wird durch das Erschließen der unkonventionellen Lagerstätten verlängert und so der Umstieg auf eine klimafreundliche Energie­versorgung verzögert.“

Die für diesen Sommer angekündigte Gesetzesinitiative des CDU-Umweltministers Peter Altmeier, Fracking per UVP zu reglementieren, sieht der BUND äußerst kritisch. Bialk: „Statt Fracking wie im Nachbarland Frankreich eindeutig zu verbieten, könnte so eine legalisierte Tür geöffnet werden - umfangreich behördlich geprüft und mit Bürgerbeteiligung garniert - wo man dann die Risiken und Nebenwirkungen nicht mehr in den Griff bekommt. Schließlich erlaubt das Bergrecht weiterhin Probebohrungen, ohne dass die Gemeinden oder Besitzer sich wehren könnten, und in Polen haben diese Probebohrungen schon manches Trinkwasser ungenießbar gemacht. Hier muss die Landes­regierung im Bundesrat ihr Veto einlegen.“

Für Rückfragen:
Egbert Bialk, Mitglied im Landesvorstand, 0261-94249638 bzw.01578 6257149
Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin; 06131 62706-0 bzw. 0174-9971895

 

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