BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

BUND zu geplantem Solarpflicht-Gesetz: Guter Ansatz, aber Potential nicht ausgenutzt

22. September 2021 | Energiewende, Klimawandel

 (Michael Ullrich, BUND)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz begrüßt die zügige Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Solarpflicht. Das entsprechende Gesetz ist heute zur Verabschiedung im rheinland-pfälzischen Landtag. Kritisch sieht der Verband, dass die Solarpflicht nur für Gewerbebauten und Parkplätze ab 50 Stellplätzen gelten soll. 

„Wir brauchen dringend einen schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Hierbei spielen Solaranlagen auf Dächern eine ganz wichtige Rolle, da sie ohne weiteren Flächenverbrauch und ohne Konflikte mit anderen Nutzungsansprüchen errichtet werden können“, meint BUND-Landesvorsitzende Sabine Yacoub. „Deshalb können wir nicht nachvollziehen, warum die Solarpflicht nicht für alle Neubauten und auch größere Umbauten und Sanierungen gelten soll. Da sich die Anlagen durch den erzeugten Strom in der Regel selbst tragen, ist das aus unserer Sicht durchaus zumutbar.“ Aus diesem Grund begrüße sie auch die Initiative der CDU-Fraktion, die Regelungen zumindest auf alle Nichtwohngebäude zu übertragen sowie die öffentliche Hand generell zum Solarbau zu verpflichten.

Der Umweltverband sieht noch weitere verpasste Chancen: „Für uns ist nicht ersichtlich, warum von der solarfähigen Dachfläche lediglich 60 Prozent bebaut werden müssen. Hier werden Potentiale verschenkt, die ohne großen Mehraufwand nutzbar wären“, erläutert der stellvertretende Landesvorsitzende und Energieexperte Michael Carl. Kritisch sieht er auch die Regelungen zur Dachflächenneigung: „Es ist richtig, dass Dächer mit einer Orientierung Ostnordost bis Westnordwest schlecht für Solaranlagen geeignet sind. Deshalb ist nachvollziehbar, dass sie nicht zu den solarpflichtigen Dachflächen gezählt werden sollen. Es sollte aber eine Regelung geben, dass bei der Planung des Daches, die Solarfähigkeit mit berücksichtigt werden muss. Ansonsten lässt man eine Hintertür weit offen, die es ermöglicht der Solarpflicht zu entgehen.“

 

Für Rückfragen:

Sabine Yacoub, 0174-9971892

Michael Carl, 02620 8416

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