„Die vom Umweltministerium neu veröffentlichten Zahlen im 12. Energiebericht zeigen deutlich, dass die Zeit für eine Energiewende knapp wird. Wenn die Pariser Beschlüsse zum Klimaschutz eingehalten werden sollen, sind aber nicht nur der Ausbau der erneuerbaren Energien, sondern auch die Reduzierung des Energieverbrauchs in allen Bereichen nötig!“ So kommentiert Michael Carl, stellvertretender Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Rheinland-Pfalz den jüngst erschienenen Energiebericht der Landesregierung.
So seien die Einsparungen in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr marginal bis gar nicht vorhanden. Teilweise hätten die Umweltschützer sogar Verbrauchssteigerungen registrieren müssen. Die ständigen Mahnungen, den gesamten Energieverbrauch drastisch zu reduzieren, seien nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. „Wir müssen den Bürgern auch klarmachen, dass ein hoher Energieverbrauch auch darüber entscheidet, wie viele weitere Windräder im Land errichtet werden müssen!“, rechnet Michael Carl vor.
Die Energieeinsparung sei ein bundesweites Problem. Von der Bundesregierung sei aber zu diesem Thema seit Jahren außer Absichtserklärungen in diversen Papieren schlichtweg nichts zu hören. Weder Wirtschaftsminister Altmaier noch Bundeskanzlerin Merkel hätten dieses Thema auf der Agenda. Nicht einmal das Bundesumweltministerium sei in irgendeiner Form aktiv. „In Rheinland-Pfalz gibt es wenigstens die Energieagentur, die dieses Thema bearbeitet, und Kommunen und Betriebe berät. Es fehlen aber wirksame Angebote vor allem für private Verbraucher. Appelle wie jüngst von Frau Ministerpräsidentin Dreyer sind ein erster Schritt, aber leider nicht ausreichend und viel zu selten.“, beurteilt Michael Carl die Lage in Rheinland-Pfalz. Klar sei auch, dass wir unser gesamtes Konsumverhalten überdenken müssen.
Für die Jahre nach 2018 sei zudem mit einem deutlichen Rückgang des Zubaus erneuerbarer Energieanlagen zu rechnen. Rheinland-Pfalz habe bei den aktuellen Ausschreibungen dazu nur ein ganz kleines Stück vom Kuchen abbekommen. Stattdessen sei beim Ausbau der Windkraft mindestens ein Beibehalten, beim Ausbau der Photovoltaik eine deutliche Steigerung vonnöten.
Der BUND hat mit seiner Broschüre „Neuer Fahrplan Energiewende Rheinland-Pfalz“ und seinem Energiewendesymposium am 5. Mai 2018 Wege aufgezeigt wie unser Bundesland zu einer nachhaltigen Energieversorgung in allen Bereichen kommen könnte.
Für Rückfragen:
Michael Carl, 02620-8416
Michael Ullrich, 06131-62706-22
Sabine Yacoub, 06131-62706-0 oder 0174-9971892
Der "Neue Fahrplan Energiewende Rheinland-Pfalz" des BUND kann unter
www.bund-rlp.de/fahrplan
heruntergeladen werden.
Der 12. Energiebericht des Umweltministeriums ist online abrufbar unter:
https://mueef.rlp.de/de/themen/energie-und-strahlenschutz/energiebericht/
Sie wollen selbst was tun?
https://www.bundjugend.de/kampagne/klimafasten