BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Bundesgartenschau in Koblenz

16. April 2008 | Wälder, Lebensräume, Umweltgifte

Die BUGA kommt – die Bäume gehen … Behördenparkplätze gefährden Gesundheit der Bürger

Koblenz / Mainz.Wer bisher geglaubt hat, dass die Bundesgartenschau in Koblenz mehr Grün bringen wird, sieht sich bitter getäuscht! Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz stellt fest, dass das Gegenteil zutrifft: Es werden so viele Bäume gefällt, dass selbst in 50 bis 70 Jahren das Grün nicht mehr nachwachsen kann.

BUND-Landesgeschäftsführer Dr. Erwin Manz erklärt, dass „von 355 Bäumen im Umfeld des Koblenzer Schloss durch Bauarbeiten für die Bundesgartenschau weit mehr als 140 Bäume fallen werden. Entgegen den Aussagen der Stadtverwaltung sind diese Bäume bis auf wenige Ausnahmen keineswegs krank, sondern gesund und vital.“ Da aber nur 99 junge Bäume neu gepflanzt werden, reduziert sich der Baumbestand im Schlossbereich um mehr als ein Drittel. „Die alten Bäume sind das Markenzeichen der Grünanlagen um das Schloss. Sie spenden den Menschen im Sommer erholsamen Schatten, filtern den Staub aus der Luft und müssen auf jeden Fall erhalten bleiben.“ so Manz weiter.

Leider ist der Baumbestand in Koblenz durch Verletzungen von Fahrzeugen, Streusalzeinsatz im Winter und mangelnde Pflege stark gefährdet. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wird oft viel zu früh an den Ästen geschnitten bzw. werden ganze Bäume beseitigt. Hier am Schloss wachsen vollkommen gesunde Bäume. Es ist unfassbar, dass diesen mit der Motorsäge zu Leibe gerückt werden soll. Damit nimmt die Stadt in Kauf, dass in der Stadt seltene Lebensräume für Vögel weiter dezimiert werden. Am Rheinufer, wo die Gesundheit und das Wohlfühlen der Menschen im Vordergrund stehen muss, ist es besonders wichtig, dass wohltuendes Grün erhalten bleibt. Die Bäume filtern Staub und Ruß aus der Luft. Sie spenden Schatten und kühlen an heißen Sommertagen die Luft durch die Verdunstung von Wasser.

Wird ein großer alter Baum gefällt, muss man ca. 2.000 junge Bäume pflanzen, um ihn vollwertig zu ersetzen. Eine Bundesgartenschau soll eigentlich die Lebensqualität einer Stadt steigern! Doch in Koblenz ist das Gegenteil der Fall. Durch den Klimawandel ist mit häufigeren Hitzewellen zu rechnen, einhergehend mit einer Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gerade bei älteren Menschen. Die Auswirkungen der BUGA wird diese Situa-tion noch verschärfen.

Werner Huffer-Kilian, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Koblenz, ergänzt, dass „zu allem Überfluss die im Schloss ansässigen Behörden die Schaffung von 300 kostenlosen exklusiven Parkplätzen zwischen Schloss und Pfaffendorfer Brücke verlangen, obwohl vor dem Schloss eine Tiefgarage entsteht. Das ist ein Skandal!“

Aus Platzmangel werden auf diesen Parkplätzen nicht einmal Bäume gepflanzt. Das bedeutet: Die dort parkenden Autos erhitzen sich im Sommer sehr stark und geben diese Wärme auch an die Umgebung ab. Dadurch heizt sich die Stadt noch weiter auf. Gerade für eine Stadt wie Koblenz in einer Kessellage stellt dies eine starke Belastung des innerstädtischen Klimas dar! Der BUND hat in einem Brief an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, MdB Karl Diller, darum gebeten, die Entscheidung der Bundesbehörden zu zu korrigieren und auf diese Parkplätze zu verzichten.

Der BUND ist entschlossen gegen diesen Umweltskandal zu kämpfen und bittet die Bevölkerung sich an seinen Aktionen anzuschließen.

Für Rückfragen: Werner Huffer-Kilian 0261 9737780
Dr. Erwin Manz 06131 231973

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