„Während die Akteure und die große Mehrheit der Bevölkerung in der Region sich längst für einen Nationalpark ausgesprochen und seine Chancen erkannt haben, legt die CDU Landtagsfraktion jetzt den ökologischen Rückwärtsgang ein“, betont Harry Neumann, Landesvorsitzender des BUND. „Es ist uns unverständlich, warum diese nun einer ganzen Region in den Rücken fällt“, ergänzt Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des NABU. „Dies sei umso unverständlicher, als die Biodiversitätsstrategie der CDU-geführten Bundesregierung mehr Wildnisgebiete als konkretes Ziel definiert.“
Auch CDU-Politiker sehen dort große Chancen durch den Nationalpark für Mensch und Natur. Es sei längst überfällig, dass auch Rheinland-Pfalz als eines der letzten Bundesländer einen Nationalpark ausweist und so einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Natur und Entwicklung von Wildnis leistet. “In einem Land wie Deutschland gibt es nur noch wenige Bereiche, in denen sich die Natur weitgehend unbeeinflusst vom Menschen entwickeln kann. Deshalb ist es zum Erhalt der Artenvielfalt notwendig, Nationalparke auszuweisen”, erläutert Sabine Yacoub, BUND Landesgeschäftsführerin. Den Nationalpark aus vermeintlichen ökonomischen Gründen abzulehnen ist aus Sicht der Naturschutzverbände kurzsichtig. Der Nationalpark diene auch durch den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen der Erhaltung der Wertschöpfung. Dies sei eine wichtige öffentliche Aufgabe. Die Region habe den Nationalpark bereits als Chance für eine zukunftsfähige Regionalentwicklung erkannt, die Entwicklung in vielen anderen Nationalparkregionen bestätigt diese Einschätzung. Es sei längst erwiesen, dass mit jedem Euro, den wir heute in einen Nationalpark investieren, uns die Natur ein Vielfaches zurückgibt.
„20 Jahre nach der ersten Weltnachhaltigkeitskonferenz wird es höchste Zeit, dass auch Rheinland-Pfalz einen Nationalpark erhält, damit sich auch bei uns wieder „Urwald für morgen“ und damit für zukünftige Generationen entwickeln kann“, betont Siegfried Schuch, Landesvorsitzender des NABU.
„Die regionalen Sägewerke erhalten lediglich 1-2 % ihres Holzes aus der geplanten Nationalparkregion. Den Nationalpark jetzt als Arbeitsplatzvernichter hinzustellen ist unredlich“, betonen die Verbändevertreter.
„Der neue Nationalpark ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategie und für die landesweite Biotopvernetzung. Die naturschutzfeindliche Politik der CDU Landtagsfraktion hingegen beruhe auf dem Schüren von Angst in der Bevölkerung, anstatt sich aktiv an den Chancen eines Nationalparkes für die Natur, die Menschen, die Umweltbildung und die Region zu beteiligen“, kritisierten abschließend die beiden Landesvorsitzenden des BUND und NABU, Harry Neumann und Siegfried Schuch.
Für Rückfragen:
Harry Neumann, Landesvorsitzender BUND
Siegfried Schuch, Landesvorsitzender NABU, 06133-507988 oder 0171-8168966
Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin BUND, 06131-62706-0 oder 0174-9971892