Erneuerbare Energien dürfen nicht abgewürgt werden. Altmaier darf Strompreisdebatte nicht zur Aushöhlung des EEG missbrauchen (Kopie 1)

29. Januar 2013 | Energiewende, Nachhaltigkeit, Suffizienz

Mainz: "Wenn Bundesumweltminister Altmaier den Missstand beseitigen will, dass stromintensive Unternehmen bei der EEG-Umlage ausgenommen sind, dann hat er unsere volle Unterstützung. Seine Vorschläge zum Abwürgen der Energiewende hingegen werden auf unseren entschiedenen Widerstand treffen. Eine Aushöhlung des erfolgreichen Erneuerbare-Energien-Gesetzes darf es nicht geben", sagte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., Dr. Holger Schindler zu den gestern von Peter Altmaier vorgelegten Vorschlägen zur Umverteilung der Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Schindler forderte Altmaier auf, die in seinen Vorschlägen faktisch enthaltene Deckelung des Ausbaus der erneuerbaren Energien zurückzunehmen. Zwar müsse die Förderung für erneuerbare Energien überprüft werden, erhalten werden müsse jedoch deren Ausbaudynamik. "Wer die Investitionssicherheit in der Erneuerbare-Energien-Branche gefährdet, gefährdet das Energiewende-Projekt insgesamt", sagte der BUND-Vorsitzende.

Die große Mehrheit der Deutschen will eine Energiewende weg von der riskanten Atomkraft und weg von klimaschädlichen Kohlemeilern. Die Kosten dafür müssen jedoch fair verteilt werden. "Altmaier darf die Strompreisdebatte nicht missbrauchen, um das Ausbautempo der erneuerbaren Energien zu bremsen. Hingegen sei es die Aufgabe des Bundesumweltministers, weitere Industrieprivilegien auf den Prüfstand zu stellen", forderte Schindler.

"Privilegien für energieintensive Industriebranchen senden verheerende Signale aus. Je höher der Energieverbrauch, desto weniger muss sich ein Unternehmen um Energieeinsparungen und Klimaschutz kümmern", kritisierte der BUND-Vorsitzende. Ausschließlich größeren Stromverbrauchern komme auch der wegen des Ausbaus der erneuerbaren Energien sinkende Strompreis an der Strombörse zugute. Allein im zurückliegenden Jahr sparte ein im Erneuerbare-Energien-Gesetz begünstigtes Unternehmen bei seinen Stromkosten deshalb im Durchschnitt fast eine Million Euro.

Der Umstieg auf Erneuerbare Energien ist eine Investition in unsere Zukunft. Nur dadurch begrenzen wir die Kosten der Atommülllagerung, dämmen die Klimafolgen ein und sorgen langfristig für stabile Energiepreise durch eine Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen, so Schindler abschließend.

Siehe auch beiliegendes Broschüre des BUND: „Energiewende – Kosten fair verteilen“bzw. unter www.bund.net/energiekosten PDF, 900 kB


Für Rückfragen:
Dr. Holger Schindler, 06306 701505
Michael Ullrich, 06131-62706-0

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