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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Kaltwasser-Geysir Andernach

10. Mai 2005 | Naturschutz, Quellen und Bäche

Die Natur gewinnt Gemeinsame Pressemitteilung von Stadt Andernach, SGD Nord und BUND Rheinland-Pfalz

Der höchste Kaltwasser-Geysir der Welt in Andernach/Rhein darf springen. Nachdem das OVG Koblenz im November 2003 aufgrund der Lage im Naturschutzgebiet „Namedyer Werth“ einen Baustopp verhängt hatte, haben die betroffenen Institutionen und Behörden nach langen Verhandlungen im Mediationsprozeß nunmehr einen gelungene Lösung zugunsten der Natur und aller Beteiligten gefunden.

Grundthema des Rechtsstreits war u.a. die Frage der Meldung des Naturschutzgebietes „Namedyer Werth“ als FFH- und Vogelschutzgebiet. Eine derartige bislang nicht ausgesprochene Unterschutzstellung durch die EU-Kommission im Zuge des europaweiten Projekts „Natura 2000“ wird nunmehr aktiv seitens der Stadt Andernach beim Land Rheinland-Pfalz als meldende Institution forciert.

Der BUND, Antragsteller im Eilverfahren vor dem OVG legt das Rechtsstreitverfahren bei, nachdem die Stadt Andernach als Betreiber sowie die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord als Genehmigungsbehörde entsprechende Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für eine erhöhte Kompensation des Eingriffs in das Naturschutzgebiet zugesagt haben. So wird die Stadt ihre Waldflächen einer naturnahen Waldbewirtschaftung u.a. mit Einrichtung von Natur-Waldzellen und dem Verzicht auf den Einsatz schwerer Gerätschaften sowie Bioziden etc. zuführen und bestimmte Biotopflächen zur Unterschutzstellung durch höherrangige Behörden anregen bzw. selbst unter Schutz stellen.

Gleichsam sprechen sich alle Beteiligten für die Einrichtung eines Biosphärenreservates „Unteres Mittelrheintal/Osteifel/Rheinischer Westerwald mit Siebengebirge“ bei der UNESCO aus. Neben dem Erhalt der Kulturlandschaft werden hiervon wirtschaftliche und touristische Impulse erwartet.

Auch die vorgenommene Rückplanung des Geysirumfeldes auf dem Namedyer Werth mit der Schaffung einer Kompensationsfläche von über 10 ha an der Nettemündung bei Weißenthurm dient dem Naturschutz. Im Informationszentrum und auf dem Schiffstransfer sollen die Besucher des Naturschutzgebietes umfassend auf die ökologische Bedeutung des Namedyer Werths sowie die schützenswerten Arten hingewiesen und dementsprechend sensibilisiert werden. Somit ist die Natur eindeutig der Gewinner des Verfahrens, aber auch alle Beteiligten begrüßen diese vertrauensvolle Zusammenarbeit. Und letztendlich sind auch die geologisch und vulkanwissenschaftlich Interessierten Gewinner, die dieses Naturschauspiel eines Kaltwasser-Geysirs in Zukunft erleben dürfen.

 

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