„There is no planet B“ – etwas frei übersetzt: „Wir haben nur diese eine Erde!“ – mit diesem Slogan aus Kopenhagen werben Plakate und der neue Umweltkurier für eine bemerkenswerte Veranstaltungsreihe und Ausstellung in der Koblenzer City-Kirche am Jesuitenplatz. Veranstalter ist das auf Initiative des Umweltamtes Koblenz im November neu gegründete Klimabündnis Mittelrhein.
Ihm gehören neben den Umweltbehörden der Stadt und des Kreises Mayen-Koblenz (Integrierte Umweltberatung) eine Reihe von Umweltverbänden, kirchlichen Gruppen und Agenden 21 an: Neben Ökostadt eV Koblenz, dem Bund für Umwelt- und Naturschutz BUND Koblenz, dem Verkehrsclub Deutschland VCD Koblenz, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC Koblenz-Untermosel, der Greenpeace-Gruppe Koblenz gehören das Umweltnetzwerk der Kirchen und das Bau- und Energienetzwerk Mittelrhein BEN ebenso dazu wie die Lokale Agenda Koblenz und der Agenda-Ring Rhein-Westerwald aus dem Raum Neuwied. Zentrales Anliegen des weiterhin offenen Klimabündnisses ist es, der Bevölkerung und der Politik die Klimaproblematik bewusster zu machen und zu wirksamen Maßnahmen beizutragen. „Klimaschutz geht uns alle an, da waren sich alle schnell einig,“ so Dagmar Körner vom Umweltamt Koblenz, die Initiatorin und Koordinatorin des Projektes, „ nur wenn jede und jeder seinen Beitrag leistet, unabhängig von politischen Differenzen und Zwängen, können wir erfolgreich sein. Dies war im November letzten Jahres die Geburtsstunde des Klimabündnisses Mittelrhein.“
Das erste ambitionierte gemeinsame Projekt ist eine Klimaschutz-Ausstellung, die am Mittwoch, 3. Februar 2010, 19 Uhr, in der City-Kirche eröffnet wird. Hier werden Hintergründe und sehr individuelle Lösungsansätze aufgezeigt, wie einzelne „Klimaschützer in Rheinland-Pfalz“ dem Problem entgegentreten (laut Zusammenstellung der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz). Außerdem stellen die beteiligten Gruppierungen ihre Klimaschutzarbeit persönlich und auf Stellwänden vor. Die musikalisch und kulinarisch umrahmte Vernissage bietet viel Raum zu Gesprächen, Hauptredner wird Dr. Bernhard Braun sein, Landesvorsitzender des BUND, mit einem Fachvortrag zum Klimawandel. Die Ausstellung ist bis zum 24.2.2010 für die Bevölkerung tagsüber geöffnet. „Insbesondere Schulen bieten wir auch gerne Führungen und Referate mit Diskussionen an“, so die Offerten von Egbert Bialk und Werner Huffer-Kilian vom BUND Koblenz.
Bemerkenswert ist sicherlich auch der Veranstaltungsort, eine Kirche, für deren Aufgeschlossenheit Monika Effenberger, Leiterin des Koblenzer Umweltamtes lobende Worte findet: „Die Zusammenarbeit ist sehr gut und mein besonderer Dank gilt dem Team der City-Kirche, ohne deren Wohlwollen die Veranstaltung nicht möglich wäre“, so Frau Effenberger. Für den „Hausherrn“, Referent des Dekanats Koblenz Hans-Peter Kuhnen ist das eher eine Selbstverständlichkeit: „Schließlich geht es beim Klimaschutz um die Bewahrung der Schöpfung. Diesem Thema ist die christliche Kirche besonders verpflichtet und deshalb unterstützen wir gerne das Anliegen des Klimabündnisses.“
Zur Veranstaltungsreihe: Außer an den Wochenenden werden allabendlich Fachveranstaltungen angeboten, Beginn ist jeweils 19 Uhr. Die Themen reichen von globalen Fragen - Al-Gore-Film „Eine unbequeme Wahrheit“ (4.2.), „Frauen und Klimawandel“ (5.2., BUND) und „Ernährungssicherung in Zeiten des Klimawandels“ (8.2., Welthungerhilfe Bonn) bis zu regionalen und individuellen Ansätzen: „Klimafreundliche Mobilität und Carsharing“ (9.2, VCD/Ökostadt) und „Klimawandel in unserer Region/Die individuelle Klimabilanz“ (10.2., Umweltnetzwerk Kirche). Nach Fastnacht folgen Vorträge, Diskussionen und weitere Filme: „Vortrag Klimawandel“ (18.2., BUND), Film „We feed the world – Essen global“ (19.2.), „Abenteuer Energiesparen“ (22.2., Film zur Wohnenergie, BEN) und Vorträge über Recyclingpapier (23.2. 11 und 15 Uhr im Rathaus, BUND). Für Freitag 19.2. ist nachmittags ein „Markt der Möglichkeiten“ vor und in der City-Kirche geplant.
Höhepunkt wird ohne Zweifel die Abschlussveranstaltung am 24.2. sein. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Klimawandel? Was tun!“ geht es um wirksame Gegenmaßnahmen auf allen Ebenen: In der Politik, in der Wirtschaft, in der Zivilgesellschaft und der Kirche und insbesondere vor Ort in der Kommune. Hochrangige Vertreter aus diesen Bereichen werden sich den kritischen Fragen der Moderatoren und dem Publikum stellen. Zugesagt haben bzw. angefragt wurden Margit Conrad, Umweltministerin Mainz, Dr. Wirtz, Bistum Trier, Klaus Brunsmeier, BUND Bundesvorstand, Joachim Fuhrländer, Windkrafthersteller aus dem Westerwald, ein Experte des IFEU für kommunale Klimaschutzkonzepte, heimische Bundestagsabgeordnete und ein Vertreter der IHK. „Diese engagierten Personen werden vor allem eines aufzeigen: Der Klimawandel existiert und bedroht uns alle, aber wir haben immer noch die Chance, mit einem blauen Auge davonzukommen. Wenn wir uns alle vermehrt anstrengen!“, so BUND-Vorstand Egbert Bialk.