„Erfolge im Naturschutz“ lautet das Motto des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) für den Besuch von Bundesverbandsvertretern in Rheinland-Pfalz. Einen Tag lang hat sich Prof. Dr. Hubert Weiger (BUND-Bundesvorsitzender) in Begleitung von weiteren Bundesvorstandsmitgliedern und leitenden Mitarbeitern der Bundesgeschäftsstelle über Natur- und Umweltschutzaktivitäten informiert. Die Landrätin Theresia Riedmaier begrüßte in ihrer Funktion als Schirmherrin des Projektes die Delegation und signalisierte ihre weitere Unterstützung.
„Im Zentrum unserer Aktivitäten steht die Förderung des ehrenamtlichen Engagements für Natur, Umwelt und Lebensqualität der Menschen“ lauteten die einführenden Worte von Dr. Bernhard Braun (BUND-Landesvorsitzender) in das Bereisungsprogramm. Durch Qualifikation und Betreuung unserer Aktiven vor Ort hat der BUND Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren eine Reihe neuer, erfolgreich verlaufender Projekte auf den Weg gebracht. „Der Landesverband Rheinland-Pfalz geht mit der Qualifizierung von Gewässerbeobachtern, Schmetterlingsbotschaftern und Teamern für die Ganztagsschule einen sehr innovativen und erfolgreichen Weg“ bewertete Prof. Hubert Weiger die Aktivitäten. „Besonders beeindruckend ist, dass es in vielen Landkreisen in Rheinland-Pfalz ehrenamtlich arbeitende Gruppen gibt, die im Rahmen des bundesweiten „Rettungsnetze Wildkatze“ Vorkommen und Wanderbewegungen der Wildkatzen mittels Fotofallen dokumentieren.
Die Kreisgruppe Südpfalz hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen grünen Wanderkorridor für diese Tierart anzulegen zwischen dem Pfälzerwald und dem Bienwald, im Bereich eines bekannten Wildwechsels. Auf einer Länge von ca. 9 km werden Einzelflächen angekauft und als inselartige Trittstein-Biotope mit Gebüschen bepflanzt. Der BUND ist sehr dankbar, dass die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank Südwest eG aufgrund einer Empfehlung durch das Umweltministerium das Projekt finanziell mit einem großen Betrag unterstützt. Landrätin Theresia Riedmaier (LK Südliche Weinstraße) würdigte die Arbeit der örtlichen BUND-Aktiven und kündigte weitere Unterstützung im Rahmen des Korridoraufbaus an. Weiger und Braun bedankten sich bei Dipl. Ing. Landespflegerin Heike Krippner, der bisherigen Projektleiterin Wildkatze Südpfalz, für das große und erfolgreiche Engagement. Sie würdigten besonders das Fingerspitzengefühl, mit dem hier eine gute Zusammenarbeit mit Landwirten, Kommunen, Behörden, Forstverwaltung und Jägerschaft gepflegt wurde.
Bei Wattenheim besichtigte die BUND-Delegation die Stelle für den geplanten Standort einer Grünbrücke, die durch eine Bepflanzung mit Bäumen und Büschen Lebensräume verbinden kann. Da die A6 die Wanderung von Wildtieren zwischen den nördlich und südlich gelegenen Waldbereichen des Biosphärenreservats Pfälzerwald und zum angrenzenden Donnersberg verhindert, werden die Tierpopulationen zunehmend voneinander genetisch isoliert. Wildkatzen werden in großer Zahl auf Straßen überfahren. „Daher ist die Grünbrücke über die A6 ein kleines Stück Wiedergutmachung für die großen Schäden, die Wildtieren in der Vergangenheit zugefügt wurden.“ erklärt Prof. Hubert Weiger. „Es darf nicht länger sein, dass der Wildkatzennachwuchs auf den Straßen überfahren wird. Durch die Schaffung solcher Wanderrouten können zudem geeignete, bislang noch unbesiedelte Gebiete von der Wildkatze erreicht werden, was notwendig ist, um das Überleben dieser Art langfristig sicherzustellen.“ Der unermüdliche Einsatz von Dr. Mathias Hermann (ÖKO-LOG) und Karl-Heinz Klein (ehrenamtlicher Aktiver in der BUND - Kreisgruppe Kaiserslautern) wurde besonders hervorgehoben. Durch ihr großes Engagement bei dem Zusammentragen von Fakten sowie in der Information von Politikern und Verwaltungen wurde die Voraussetzung geschaffen, dass diese Grünbrückenplanung als Maßnahme in das Konjunkturpaket II aufgenommen wurde.
Für Rückfragen:
Dr. Bernhard Braun, 0621 5294080 bzw. 0177-4638793
Dr. E. Manz 06131 62706-0 bzw. 0151 12273866
weitere Informationen hier