Von links nach rechts: Fritz Welsch, Umweltschutzreferent BUND; Katrin Eder, Landesklimaschutzministerin; Sabine Yacoub, Landesvorsitzende BUND
Foto: BUND Rheinland-Pfalz
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz hat am 29.09.25 im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Ministerin Eder eine Trinkwasserprobe entnommen. Die Testaktion ist Teil eines Projekts des BUND-Bundesverbands, das deutschlandweit rund 50 Wasserproben mit Politiker*innen umfasst. Die Ergebnisse werden im Winter 2025 in Form einer PFAS-Karte für Deutschland veröffentlicht. Die Karte soll zeigen, wie weit verbreitet langlebige Chemikalien bereits in unseren Trinkwasserressourcen sind.
Der BUND fordert, dass diese besonders langlebigen Chemikalien dringend umfassend reguliert werden.
PFAS im Trinkwasser?
PFAS sind langlebige Industriechemikalien, die u. a. in Pestiziden, Outdoor-Kleidung, Kosmetik, Verpackungen und Löschschäumen verwendet werden. Sie sind wasserlöslich, weltweit verbreitet und stehen im Verdacht, Krankheiten zu verursachen, das Immunsystem zu schwächen und die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Durch ihre chemische Stabilität reichern sich immer weiter im menschlichen Körper sowie in ober- und unterirdischen Trinkwasserressourcen an. Die Wiederaufbereitung des Wassers wird zunehmend aufwändiger und teurer. Wasserwerke entlang des Rheins warnen bereits heute vor einer Gefährdung des Grundwassers durch steigende PFAS-Konzentrationen im Flusswasser.
Für Ministerin Eder ist der Umgang mit der Stoffgruppe klar: „Dort wo sie substituierbar sind, müssen sie ersetzt werden - gerade in Alltagsprodukten wie Kleidung. Vor allem im Wasser stellt PFAS eine Gefährdung dar. Die Risiken überschreiten dann deutlich den Nutzen. Eine Ewigkeitschemikalie hat nichts in unserem Lebensmittel Nummer 1 zu suchen. Ein gezieltes Vorgehen gegen PFAS ist dringend notwendig, um Mensch und Umwelt dauerhaft zu schützen."
Den Ausstieg aus der PFAS-Produktion und -verwendung planen
Die Europäische Chemikalienagentur ECHA hatte bereits im Februar 2023 einen Vorschlag zu einem geordneten PFAS-Ausstieg veröffentlicht. Der BUND fordert, dass Deutschland und seine Länder den Vorschlag aktiv unterstützen. Zudem sollen nicht wie bisher Verbraucher*innen, sondern die Industrie Kosten für Reinigung und Sanierung tragen. Hersteller müssen in die Verantwortung genommen und das Verursacherprinzip im EU-Chemikalienrecht festgeschrieben werden.
„Rheinland-Pfalz muss sich für einen geordneten Ausstieg aus der gesamten PFAS-Stoffgruppe auf nationaler und EU-Ebene einsetzen – eine Einzelfallbetrachtung ist bei 10.000 verschiedenen PFAS-Stoffen unrealistisch und unwirksam“, betont Sabine Yacoub, Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz.
Die Ressource Grundwasser ist gefährdet
Neben PFAS belasten auch Nitrat, Pestizide und andere Industriechemikalien unsere Gewässer. Zum Schutz unserer Trinkwasser-Ressourcen hat der BUND einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt. Darin fordert er gesetzliche Vorgaben für einen sparsameren Umgang mit der wertvollen Ressource. Zudem muss der natürliche Klimaschutz gestärkt werden, um wieder mehr Wasser in der Natur zu speichern. Neben der Planung eines Ausstiegs aus der PFAS-Produktion und -Verwendung ist es wichtig, den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft deutlich zu reduzieren und wasserschonende Maßnahmen zu fördern. Die 2023 verabschiedete Nationale Wasserstrategie muss vollumfänglich umgesetzt werden.
Weitere Informationen:
Grundwasserstress in Deutschland
BUND: Fünf-Punkte-Plan zum Schutz des Wassers
PFAS - unsere ewigen Begleiter
Für Rückfragen kontaktieren sie bitte Fritz Welsch, Umweltschutzreferent BUND Rheinland-Pfalz (fritz.welsch(at)bund-rlp.de; 0176/15869358).