Loreley - BUND fordert Baustopp für Sommerrodelbahn

05. November 2012 | Naturschutz

Mit Erstaunen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. vom Baubeginn der Sommerrodelbahn auf der Loreley erfahren. Der BUND hatte bereits vor einem Jahr seine ablehnende Haltung gegenüber den Plänen der Verbandsgemeinde, der Stadt St. Goarshausen und der Ortsgemeinde Bornich deutlich gemacht.

Nach seiner Ansicht zerstört die Anlage das Landschaftsbild und konterkariert die besondere Bedeutung des Felsens. Neben dem BUND hatten sich auch viele Behörden und Fachverbände gegen die Sommerrodelbahn ausgesprochen, da sie einen Freizeitpark auf dem Felsen ebenfalls als nicht welterbeverträglich betrachten. Der BUND erachtet andere Standorte im Welterbegebiet für wesentlich geeigneter.

Die Einwände des BUND und der anderen Gegner wurden offenbar nicht berücksichtigt und die Baugenehmigung durch die Kreisverwaltung Bad Ems erteilt. Allerdings ist das Bebauungsplanverfahren noch gar nicht abgeschlossen. Überraschenderweise zeitgleich mit dem Spatenstich hat die Verwaltung das Bebauungsplanverfahren nämlich erneut ins Rollen gebracht und die Pläne in wenigen Details geändert. Solange dieses Verfahren läuft kann der BUND nicht gegen den Bebauungsplan Klage erheben. Eine sogenannte Normenkontrolle ist nur dann möglich, wenn das Bebauungsplanverfahren vollständig abgeschlossen ist und dieser Abschluss im Amtsblatt veröffentlicht wurde.

Hinter dieser Vorgehensweise vermutet der BUND ein taktisches Manöver der Verwaltung. Das Verfahren wird wahrscheinlich absichtlich in der Schwebe gehalten, damit der Naturschutzverband nicht klagen kann. Zwischenzeitlich sollen auf dem Felsen mit Baggern Fakten geschaffen werden.
Der BUND fragt sich allerdings, wie eine Baugenehmigung von der Kreisverwaltung erteilt werden kann, wenn das Bebauungsplanverfahren noch gar nicht abgeschlossen ist. Aus diesem Grund hat der Verband bereits am vergangenen Freitag, den 02. November 2012, bei der Kreisverwaltung den Baustopp für die Rodelbahn beantragt. Daneben wird der BUND auch auf Ebene europäischer Rechtsprechung einen Eilantrag zur „Außervollzugsetzung der Baugenehmigung" beantragen und die UNESCO über das Verfahren informieren.

Die Mitglieder des BUND sind bestürzt über das Vorgehen der Baubehörden. Nach ihrer Ansicht versucht die Verwaltung durch ihr Vorgehen Bürgerrechte außer Kraft zu setzen. Der BUND wird allerdings alle ihm zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel nutzen, den Bau der Sommerrodelbahn zu stoppen und den Bebauungsplan für das Vorhaben aufzuheben.


Für Rückfragen:
Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin: 06131-62706-0 oder 0174-9971892 

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