Seit Sommer 2009 haben der BUND Rhein-Pfalz-Kreis und das Jagdteam Schifferstadt mehr als 3.600 Unterschiften für das Errichten von Grünbrücken über die A61 im Schifferstadter Wald gesammelt. Diese werden nun am 21. April 2010 an das Verkehrsministerium von Rheinland-Pfalz übergeben. Die Unterschiften nimmt dessen Staatssekretär Alexander Schweitzer am Rande des in Ludwigshafen tagenden „Deutschen Nahverkehrstags“ entgegen.
Der Hintergrund
Seitdem die Bundesautobahn A61 besteht, ist das Rheinauengebiet südlich Ludwigshafens für die an den Boden gebundenen Tiere vom Hinterland Richtung Pfälzer Wald unüberwindbar abgetrennt. „Verinselungseffekt“ nennt der Naturschutz diese für betroffene Tierarten schwerwiegende Situation: Eine Ausbreitung der Populationen und der genetischer Austausch sind nicht mehr möglich. Wissenschaftlich untermauert und Grund für Maßnahmen zum Ausgleich ist dieser Eingriff in den Naturhaushalt erst seit Ende der 1970er Jahre.
Der BUND hatte in seiner Stellungnahme zum Ausbau der A61 auf 6 Spuren gefordert, dass Grünbrücken eingerichtet werden sollen. Das wurde im Sommer 2009 abgelehnt mit der Begründung, dass die gegenwärtige Situation der Verinselung durch die Autobahnverbreiterung nicht verstärkt würde.
BUND und Jagdteam Schifferstadt geben keine Ruhe
Seit Sommer 2009 haben die neuen Verbündeten nicht locker gelassen: Es wurde eine viel besuchte Ausstellung zum Thema Wildkatze (Leitart der Biotopvernetzung) in Schifferstadt ausgerichtet, Bundes-, Landes und Lokalpolitiker über das Thema informiert, Gespräche mit dem Landesbetrieb Mobilität geführt und eine Unterschriftensammlung für die Sache begonnen. Bürger/innen und Politiker/innen aus dem Raum Ludwigshafen waren von den Argumenten der Naturschützer für die Notwendigkeit der Grünvernetzung von natürlichen Lebensräumen schnell zu überzeugen. Denn trotz der dichten Besiedelung der Vorderpfalz und der überall präsenten Verkehrsinfrastruktur, finden sich Tierarten, die im Naturschutz für intakte Lebensräume stehen; darunter sind sogar die Wildkatze und weitere Leitarten der europäischen Naturschutzgesetzgebung.
Die Kreisgruppe des BUND im Rhein-Pfalz-Kreis hat die Forderung der Wiedervernetzung der Lebensräume als zentrale Forderung für ihre Aktivitäten der kommenden Jahre festgeschrieben. Denn langfristig macht deren Arbeit an Einzelbiotopen nur Sinn, wenn diese nicht Inseln in der vom Menschen intensiv genutzten Vorderpfalz bleiben.
Der BUND fordert nicht nur, sondern investiert selbst in die Vernetzung: Mit finanzieller Unterstützung privater, wie auch öffentlicher Förderer wurden und werden bereits landwirtschaftlich genutzte Grundstücke im südlichen Landkreis gekauft und nun naturnah bewirtschaftet. Die Auswahl der Grundstücke erfolgt gezielt: Sie bilden eine Verbindungstrasse zwischen den Waldgebieten der Rheinauen und dem Hinterland. Sie führen zu den prädestinierten Stellen für Grünquerungen an wichtigen Verkehrswegen.
Mit der Übergabe der Unterschriften für die Grünbrücke an der A 61 im Schifferstadter Wald, geht die Unterschriftenaktion zwar zu Ende. BUND und Jagdteam kündigen aber schon jetzt an, dass sie die Forderung bis zu einem Erfolg nicht von der Tagesordnung nehmen werden.
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BUND Rhein-Pfalz-Kreis Jagdteam Schifferstadt
Doris Stubenrauch Gorch-Peter Nolte
(1. Vorsitzende)
Kontakt:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
BUND Rhein-Pfalz-Kreis
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Ansprechpartnerin: Doris Stubenrauch (Tel.: 06234/1289);
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