Neuer „Fleischatlas“ des BUND dokumentiert erneut: Massentierhaltung schädigt Mensch, Tier und Umwelt

11. Januar 2013 | Ernährung, Massentierhaltung, Naturschutz

BUND ruft zur Teilnahme an Demonstration für tiergerechtere Landwirtschaft auf

Berlin, Mainz. Der gestern unter anderem vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vorgestellte “Fleischatlas” dokumentiert erneut die teilweise erschütternde Fakten und Hintergründe zur Massentierhaltung, zu ihren Profiteuren und Opfern und zu den Folgen für Natur und Umwelt. Am 19. Januar 2013 veranstaltet der BUND mit vielen Kooperationspartnern die Großdemonstration „Wir haben es satt“ in Berlin, um für eine tiergerechtere und naturverträglichere Landwirtschaft einzutreten.

Von Vertretern der Landwirtschaft werden die negativen Auswirkungen der Massentierhaltung leider immer wieder reflexhaft verneint. So unterstellte gerade gestern der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau Leo Blum, den Tierschutzverbänden, die sich für tiergerechtere Haltungsformen einsetzten, Eigeninteressen. „Dies oder auch die Überzeugung von Herrn Blum, dass Milchkühe keinen Auslauf bräuchten, ist unfassbar. Tierhaltung muss so tiergerecht wie möglich stattfinden“, fordert Sabine Yacoub, Geschäftsführerin des BUND Rheinland-Pfalz. Dies sähen auch ein Großteil der Verbraucherinnen und Verbraucher so. „Nachdem in den letzten beiden Jahren jeweils über 20.000 Personen für eine Wende in der Landwirtschaft demonstriert haben, rufen wir auch dieses Jahr wieder dazu auf. Von Mainz aus fährt ein Bus zur Demo. Noch sind Plätze frei“, ergänzt Yacoub.

Mit einem jährlichen Fleischkonsum von rund 60 kg pro Jahr essen die Deutschen unverändert viel Fleisch. Fast zwei Drittel der Landwirtschaftsflächen in Deutschland dienen inzwischen der Erzeugung von Futtermitteln. Dies und weitere Fakten können dem „Fleischatlas“ entnommen werden.

Dabei geht es den Umweltschützern gar nicht darum, die konventionelle Tierhaltung gegen die ökologische Landwirtschaft auszuspielen. „Die Agrarförderungen müssen endlich so gesteuert werden, dass der Landwirt überhaupt die Möglichkeit hat, den Tierschutz stärker zu berücksichtigen. Die industrielle Produktion von Fleisch muss ein Ende haben, da sie nicht nur den Tieren Leiden zufügt, sondern auch zum globalen Umweltproblem geworden ist“, verlangt Dr. Dehmelt, Sprecherin des Arbeitskreises Landwirtschaft des BUND.

Am Samstag, den 19. Januar 2013 findet in Berlin eine Großveranstaltung statt, die ein Ende der Agrar­industrie und eine Neuausrichtung der Agrarpolitik unter dem Motto „Wir haben es satt“ einfordert. Der BUND Rheinland-Pfalz hat eine Busfahrt zur Demo von Mainz nach Berlin organisiert. Nähere Infos und Anmeldungen unter: bund-rlp.de (hier auch Informationen zum Fleischatlas) oder wir-haben-es-satt.  

Fleischatlas zum Download (PDF, 3,2 MB)

Für Rückfragen:

Dr. Sigrid Dehmelt, Sprecherin des BUND Arbeitskreises Landwirtschaft; E-Mail: Na-Tour@web.de

Sabine Yacoub, Geschäftsführerin; 06131 62706-0 bzw. 0174-9971895 

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