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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Politik zerstört Basis für ökologischen Landbau

16. September 2005 | Landwirtschaft, Ernährung, Nachhaltigkeit

Die Antworten auf die Anfrage des BUND Rheinland-Pfalz zur Agro-Gentechnik, insbesondere zur Bildung gentechnikfreier Zonen, an die rheinland-pfälzischen Bundestagskandidaten von CDU und FDP sind für den BUND eine Enttäuschung. Durchgängig wird den Gegnern der Agro-Gentechnik und den 79 % der Verbraucher, die keine Gentechnik im Essen wollen, unterstellt, sie handelten aus Angst vor einer neuen Technologie oder schürten gar Emotionen.

Zwar betonen alle, die Wahlfreiheit der Verbraucher sei ihnen wichtig. Gleichzeitig werden die bestehenden Regeln aber als völlig ausreichend beschrieben, obwohl – wie sich inzwischen ja herumgesprochen hat – sich bei tierischen Erzeugnissen und Produkten daraus keine Kennzeichnungspflicht ergibt.

Die Ängste der Verbraucher will man zwar ernst nehmen, aber doch nur in dem Sinne, dass man sie von ihrer Angst „befreien“ müsse.

Offensichtlich ist für CDU und FDP die Agro-Gentechnik der traditionellen Landwirtschaft überlegen, eine wirtschaftliche Chance für Landwirte und das Rezept gegen den Hunger in der Welt.

Man will einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass vor allem der Öko-Landbau aber auch konventionell arbeitende Landwirte Schädlings- und Unkrautbekämpfung ebenso wie Bodenfruchtbarkeit sehr wohl mit bewährten und neuen Methoden „im Griff“ haben und dass mit bewährten Züchtungsmethoden durchaus widerstandsfähige Pflanzen entstanden sind. Man denke nur an Weinreben wie den erfolgreichen Regent.

Man ignoriert auch, dass in Ländern wie Kanada und Argentinien, wo die Agro-Gentechnik ihren „Siegeszug“ bereits angetreten hat, die Landwirte den Agro-Multis und ihren Preisforderungen ausgeliefert sind und Öko-Anbau – der keine gentechnische Verunreinigung aufweisen darf – unmöglich geworden ist.

Der Hunger in der Welt ist ganz eindeutig in erster Linie ein Verteilungsproblem: Einerseits werden Lebensmittel vernichtet, um den Markt zu entlasten, andererseits herrscht vor allem in den südlichen Regionen Hunger und die Menschen in diesen armen Ländern dürfen nicht anbauen, was sie zum Leben brauchen, sondern nur Futter für unser Vieh.

„Deshalb machen uns diese Positionen von CDU und FDP Angst“, so Landesvorsitzende Heide Weidemann, „zumal wir noch längst nicht genug darüber wissen, wie sich genveränderte Organismen, einmal in die freie Natur entlassen, verbreiten und mit welchen Auswirkungen. Sind sie aber erst einmal außer Kontrolle geraten, sind wir machtlos: Da ist nichts mehr rückgängig zu machen, sowenig wie die ausgedrückte Zahnpasta in die Tube zurückfindet.“

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