Der Ausbau der Erneuerbaren Energien erfordert eine Anpassung alter Strukturen an neue Herausforderungen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. zeigt Wege auf, wie wir zu einem zukunftsfähigen Stromnetz mit 100% Erneuerbaren Energien kommen können. Er widerspricht damit den Befürchtungen der Gegner der Energiewende, die Versorgungssicherheit sei demnächst gefährdet und der Blackout stehe bevor. Ein Teil der Lösung sind dezentrale Speichermöglichkeiten im Netz.
Beispielhaft dafür zeigen wir die Aktivitäten der Stadtwerke Speyer und des Solarenergiefördervereins auf. In beiden Fällen werden Konzepte erdacht, die Strom dezentral erzeugen und auch dezentral speichern. Dies entlastet die Netze sowohl hinsichtlich der notwendigen Übertragungsleistung als auch bei der Abdeckung von Bedarfsspitzen.
Die Stadtwerke Speyer sind Wegbereiter und zentraler Akteur der Klimaschutz- und Energieleitlinie der Stadt Speyer. „Seit über zehn Jahren engagieren wir uns auf kommunaler und regionaler Ebene mit ambitionierten Umweltprojekten“, betont SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring. Ziel aller Beteiligten ist es, bis 2030 den in Speyer benötigten Strombedarf und bis 2040 die verbrauchte Wärme zu 100 Prozent regenerativ zu erzeugen. Die Stadtwerke Speyer planen die Kombination von Fotovoltaik, Kleinst-Blockheizkraftwerken und Batteriesätzen in Wohngebäuden. So können vor Ort Strom und Wärme erzeugt und gespeichert werden. Zudem planen sie in Wohngebieten Fotovoltaik-Strom zentral in Großbatterien zu speichern.
Wolf von Fabeck vom Solarenergieförderverein SFV merkt an: „Die Bundesregierung hat mit dem vorgezogenen Atomausstieg einen Teil aus ihrem Energieversorgungskonzept herausgebrochen, ohne jedoch die zentralistischen Strukturen ändern zu wollen. Da aber in Deutschland die freien Flächen weder für die Erzeugung von Wind- und Solarstrom in Großanlagen noch zu ihrer Zwischenspeicherung in Pumpspeicherkraftwerken ausreichen, setzt die Bundesregierung auf neue Fernübertragungsleitungen zum Stromimport aus zukünftigen Wind- und Solaranlagen sowie Pumpspeichern im Ausland und Offshore-Windanlagen. Die geplanten Fernübertragungsleitungen wären nicht notwendig bei einem beschleunigten Ausbau dezentraler Solar- und Windanlagen und Speicherung in Batterien in den Kellern unter den Solaranlagen und in Großbatterien in jedem Windpark.“ Dazu stellt der SFV einen Vorschlag zur Förderung des Speicherausbaus vor, bei dem eine Zusatzvergütung auf die Netzgebühr umgelegt wird. So gibt es einen Anreiz für alle Besitzer von Fotovoltaikanlagen deren Erzeugungsspitze in Batterien zwischen zu lagern und bei Bedarf wieder ans Stromnetz abzugeben.
Alle Maßnahmen führen in einem intelligent geregelten Netz (Smart Grid), auch bei einem weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien, zu einer Beherrschung des unstetig eingespeisten Stroms. Ein Zurückfahren der Ausbaugeschwindigkeit vor allem der Fotovoltaik ist dazu nicht nötig.
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