Seit einem Jahr jeden Montag gegen Atomkraft: Happy Birthday Montagsspaziergang!

25. Juli 2011 | Atomkraft, Energiewende, Nachhaltigkeit

Auch heute sind sie wieder in der Koblenzer Innenstadt und anderswo zu hören: Sambatrommeln, Parolen für einen umfassenden Atomausstieg und eine wirkliche Energiewende, garniert mit frechen oder lustigen Songs, Anti-Atomsonnen und Stromwechsel-Handzetteln: Diese wöchentliche und in vielfacher Hinsicht bemerkenswerte Demo, mitinitiiert vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., feiert Geburtstag.

Angefangen hatte alles im Juli 2010. Schwarzgelb hatte eine drastische Laufzeitverlängerung der AKW angekündigt. „Herr Fuchs, der Koblenzer CDU-Bundestagsabgeordnete, sprach sogar von bis zu 60 Jahren Laufzeit. Wir nannten ihn daraufhin „Atom-Fuchs“, protestieren seither jeden Montag vor seinem Parteibüro und werben in der Stadt für den Atomausstieg“, so Egbert Bialk, Initiator der wöchentlichen Demos und Mitglied im BUND-Landesvorstand. Das Erstaunliche: Nicht nur Aktive aus Oppositionsparteien und Umweltverbänden kommen zum Spaziergang, auch ganz „normale“ Bürgerinnen und Bürger, Familien mit Kindern, Rentnerinnen, Studenten, sogar Unternehmer gehen mit – aus Sorge um die Zukunft unserer Erde und um sich aktiv in die Demokratie einzumischen. Bialk: „Anfangs waren wir rund 40 Leute, aber als Merkel mit RWE & Co. ernst machte und einen Nacht-und-Nebel-Deal abschloss, ging es rasch auf über 150 hoch. Viele andere Städte konnten wir zum Mitdemonstrieren gewinnen, der Koblenzer Montagsspaziergang wurde zum Erfolgsmodell landes- und bundesweit.“ Die dramatischen Ereignisse in Fukushima brachten das Fass vollends zum Überlaufen und Hunderttausende in über 700 deutschen Städten auf die Straße. Inzwischen ist ein teilweiser Atomausstieg beschlossen, Fukushima aus den Schlagzeilen und es ist etwas Ruhe eingekehrt.

Die Koblenzer freuen sich natürlich, dass wenigstens die 7 oder 8 ältesten Kraftwerke vom Netz bleiben sollen, trotzdem gehen die wöchentlichen Aktionen weiter: „Das ist noch nicht mal ein halber Ausstieg“, so Bialk,  „denn 60 % der AKW laufen weiter, produzieren bis 2022 über 26.000 Tonnen Atommüll, für den es keine Entsorgung gibt, und auch deren Sicherheit ist fragwürdig. Wir und die ganze Bewegung kämpfen weiter, bis alle dauerhaft vom Netz sind. Darum werden die Montagsspaziergänge hier und in vielen anderen Städten bis auf weiteres fortgesetzt. Auch, weil wir die Menschen in Japan und Tschernobyl nicht vergessen dürfen, wir werden das weiter verfolgen und darüber informieren.“ Vertiefter Schwerpunkt wird auch die Energiewende sein. „Was Merkel und Röttgen da vorgelegt haben, ist in weiten Teilen eine Mogelpackung. Noch mehr Kohlekraftwerke und Behinderung von Erneuerbaren sind Gift für das Klima – nicht mit uns! Wir wollen eine wirkliche Energiewende vor Ort und jeder kann mithelfen und sich einmischen“, so der Sprecher des Anti-AtomNetzes.

Auch in Mainz und anderen Städten laufen regelmäßige Aktionen, mehr Infos unter www.montagsspaziergang.de .

 

Für Rückfragen:

Michael Ullrich: Tel. 06131 62706-0 Egbert Bialk: Tel. 0261-94249722 

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