Stegskopf wird Nationales Naturerbe

31. Januar 2014 | BUNDintern, Lebensräume, Naturschutz, Wälder

Die Landesverbände und die Kreisgruppen von NABU, BUND und GNOR begrüßen die Entscheidung der Bundesregierung, den Truppenübungsplatz Daaden im Westerwald in das Nationale Naturerbe zu überführen.

Herausragender Erfolg für den Naturschutz und die Arbeit der Naturschutzverbände in Rheinland-Pfalz

Mainz. Die Landesverbände und die Kreisgruppen von NABU, BUND und GNOR begrüßen die Entscheidung der Bundesregierung, den Truppenübungsplatz Daaden im Westerwald in das Nationale Naturerbe zu überführen. „Damit wird die Bundesrepublik Deutschland ihrer Verantwortung für die Erhaltung dieses einmaligen Naturpotentiales gerecht und liefert einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt im Westerwald, in Rheinland-Pfalz und in Deutschland“, kommentiert Harry Neumann, Vorsitzender des BUND Rheinland-Pfalz die Entscheidung. Auch die von einigen Kommunen befürworteten Pläne für einen Windpark auf dem Truppenübungsplatz seien jetzt endgültig gestorben. „Die Entscheidung gegen den Windpark war überfällig, weil Windräder an dieser Stelle den Lebensraum stark gefährdeter, windkraftsensibler Arten zerstört hätten“, so Siegfried Schuch, Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz. „Eine Vereinbarkeit zwischen Windkraft und Naturschutz wäre nicht möglich gewesen.“

Seitdem die Aufgabe des Truppenübungsplatzes durch die Bundeswehr bekannt wurde, wurden die Windkraftpläne von den Betreiberfirmen vorangetrieben. Von Anfang an hatten die Naturschutzverbände auf die Vorkommen windkraftgefährdeter Arten, zu denen Windräder einen Mindestabstand einhalten müssen, hingewiesen.   „Wenn man diese Artvorkommen zusammen mit den Mindestabständen auf einer Karte einträgt, sieht man, dass es keinen Platz für Windräder auf dem Truppenübungsplatz gegeben hätte. Hierauf haben wir immer wieder hingewiesen. Selbst die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) kam im Jahre 2012 zu diesem Ergebnis. Trotzdem wurde diese Tatsache entgegen aller Fakten von den Windkraftbefürwortern einfach nicht zur Kenntnis genommen“, beklagt Harry Neumann vom BUND. Deshalb hätten die Naturschutzverbände BUND, NABU und GNOR einen Antrag auf Ausweisung als Naturschutzgebiet gestellt.

Aber auch die SGD Nord hat bei der bevorstehenden NSG-Ausweisung die Arten nicht vor der Windkraft geschützt, sie hat die für Windkraft eingeplanten Flächen einfach aus der Schutzgebietsfläche ausgeklammert und damit eine politisch motivierte und naturschutzfachlich sachfremde Abgrenzung vorgelegt. Eine langjährige gerichtliche Auseinandersetzung um die Windräder durch alle Instanzen wäre damit vorprogrammiert gewesen.

„Das Bundesumweltministerium hat rechtzeitig die hohe Bedeutung dieses ‚ökologischen Juwels‘ für den Natur- und Artenschutz und die Bedeutung für die Region im Dreiländereck erkannt. Wir sind froh, dass uns der Gang durch die Instanzen erspart wird und dieses einmalige Gebiet mit seinen seltenen Arten und dem einzigartigen Landschaftsbild durch die Entscheidung der Bundesregierung erhalten bleibt“, so die Vorsitzenden der Verbände Harry Neumann (BUND), Siegfried Schuch (NABU) und Dr. Peter Keller (GNOR).

Von der rot-grünen Landesregierung hätten sie sich auch ein so eindeutiges Bekenntnis zum Naturschutzschutz auf dem Stegskopf und an anderer Stelle gewünscht, wie dies jetzt von der Bundesregierung komme.

Von der SGD als Obere Naturschutzbehörde erwarten die Verbände jetzt , dass der komplette Stegskopf umgehend als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird und nicht nur ein Teil.

Für Rückfragen:

Siegfried Schuch, Telefon: 06133-507988 oder 0176-56233399

Harry Neumann, Telefon: 02626-926441 oder 01577-95 75 158

Dr. Peter Keller, Telefon: 0173-3155113 

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