Steinbruch Marta in der Hand eines internationalen Konzerns

19. Juli 2012 | Wälder, Naturschutz, Ressourcen & Technik

BUND sieht Genehmigungsgrund nicht mehr gegeben – Einer der größten europäischen Baukonzerne will wertvollen Wald zerstören

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.  sieht eine wesentliche Genehmigungsvoraussetzung für den Steinbruch Marta bei Bad Sobernheim nicht mehr gegeben. „Die Firma Faber hatte im Genehmigungsverfahren für den Steinbruch immer wieder darauf hingewiesen, sie sei ein mittelständisches Unternehmen und brauche den Steinbruch, um marktgerechte Angebote kalkulieren und damit wettbewerbsfähig bleiben zu können und so Arbeitsplätze zu sichern“, erläutert Luder Nuphaus, der für den BUND die Genehmigungsverfahren für den Steinbruch im Waldböckelheimer Wald seit elf Jahren begleitet. Der BUND hatte gegen die Genehmigung des Steinbruchs geklagt und auf die fehlerhafte Abgrenzung des Gebietes und auf seine Bedeutung als Lebensraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten hingewiesen. Das Bundesverwaltungsgericht wies vor kurzem die Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision ab.

„Jetzt dient das Vorhaben nicht mehr dem Erhalt eines mittelständischen Betriebes, sondern es kommt nun dem französischen Baukonzern Eiffage zugute, der die Firma Faber 2010 übernommen hat. Eiffage ist der fünftgrößte Baukonzern Europas mit rund 70.000 Mitarbeitern und 13 Mrd. Euro Jahresumsatz“, erläutert Nuphaus.

Bereits im Raumordnerischen Entscheid der Kreisverwaltung im Jahr 2002 wurde dargelegt, dass alle 9-10 km entlang der B 41 ein Steinbruch vorhanden ist. Es wurde ebenfalls ausgesagt, dass die typische mittelständische Wirtschaftsstruktur der rohstoffgewinnenden und verarbeitenden Unternehmen erhalten und gefördert werden solle. In den nachfolgend eingereichten Genehmigungsunterlagen hatte Faber immer wieder auf die Standortsicherung, die Wettbewerbsfähigkeit, die nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen im Hunsrück-Nahe-Raum abgehoben. Das damalige Oberbergamt wies in einer Stellungnahme für das Verwaltungsgericht  Koblenz u. a. auf erhebliche Einschränkungen der Konkurrenzfähigkeit hin. Zur Unterstützung der Firma wies das Amt auch auf ein öffentliches Interesse am Steinbruch hin, da er langfristig Arbeitsplätze sichere und schaffen werde.

„Davon kann ja wohl nach dem Verkauf des Unternehmens an den Baukonzern Eiffage nicht mehr die Rede sein. Ich sehe hier nun kein mittelständisches Unternehmen, sondern einen europäischen Baukonzern, der ein Waldstück bei Steinhardt vernichten und die Rohstoffe ausbeuten will. Eiffage ist auch ohne den Steinbruch wettbewerbsfähig“, betont Dr. Holger Schindler, Landesvorsitzender des BUND. „Die wenigen neuen Arbeitsplätze gefährden Arbeitsplätze in anderen Steinbrüchen, wenn dort die Abbautätigkeit durch den neuen Steinbruch zurückgeht“, ergänzt Nuphaus.

„Es klingt wie Hohn, wenn im Planfeststellungsbeschluss von 2005 ausgeführt wird, das Vorhaben könne ‚begründete Allgemeinwohlbelange einer sicheren und geordneten Rohstoffversorgung für sich beanspruchen‘. Da wir in der Naheregion schon alle 10 km einen Steinbruch haben, so in Henau, Kirn, Traisen Langenthal, Argenthal, Neubamberg und Daxweiler, und gleichzeitig die Bevölkerungsentwick­lung und die Bautätigkeiten rückläufig sind, ist ein Steinbruch absolut nicht mehr nötig. Die geplante Waldrodung und der Eingriff in den Naturhaushalt sind vermeidbar. Der Steinbruch ist überflüssig, schädigt die Natur und belastet die Bürger in Steinhardt und Umgebung“, stellt Nuphaus fest.

Für Rückfragen:

Ludger Nuphaus, BUND Bad Kreuznach:  0671 44645, 0163 13 11 390 

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