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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Tag des Siebenschläfers wird zum „Gartenschläfer-Tag“

26. Juni 2019 | Gartenschläfer, Naturschutz, Gärten

BUND informiert zur gefährdeten Schlafmaus mit der „Zorro-Maske“ auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Annweiler

Mainz, 26.6.2019. Anlässlich des Siebenschläfer-Tags ziehen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Justus-Liebig-Universität Gießen und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung eine erste Zwischenbilanz ihrer „Spurensuche Gartenschläfer“: „Wir haben innerhalb von nur drei Monaten mehr als 500 Hinweise auf Gartenschläfer-Sichtungen erhalten. Diese Resonanz hat uns völlig überwältigt“, freut sich Mechthild Klocke vom BUND. „Der kleine Verwandte des Siebenschläfers mit der unverkennbaren ‚Zorro-Maske‘ scheint in Deutschland viele Fans zu haben.“

Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist bei der Erforschung der kleinen Schlafmaus unverzichtbar. Über den Gartenschläfer gibt es, obwohl er eine heimische Tierart ist, bislang kaum Untersuchungen. Sicher ist nur, dass er aus vielen Regionen innerhalb von kurzer Zeit verschwunden ist. „Wir müssen dringend herausfinden, warum die Bestände des Gartenschläfers so drastisch zurückgehen. Nur dann können wir ihn vor dem Aussterben bewahren“, erklärt Johannes Lang, Gartenschläfer-Experte der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Die Hinweise aus der Bevölkerung helfen uns, seine aktuelle Verbreitung und seinen Lebensgewohnheiten auf die Spur zu kommen. Anhand dessen können wir die passenden Schutzmaßnahmen entwickeln.“

In Rheinland-Pfalz kommen Gartenschläfer im Gegensatz zu manch anderem Bundesland noch häufig vor, deshalb sind von hier besonders viele Meldungen eingegangen. Auch hier sollen mit Hilfe von Freiwilligen die Vorkommen genauer untersucht werden. „Die Berichte der Menschen, die häufiger Kontakt zu Gartenschläfern haben, sind für uns sehr interessant“ sagt Siglinde Gramoll, Projektkoordinatorin beim BUND Rheinland-Pfalz. „Wir werden auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Annweiler vom 28.-30. Juni das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ präsentieren und freuen uns schon auf weitere Hinweise.“

Diese Zusammenarbeit zwischen Naturschutz, Forschung und Freiwilligen auf ‚Spurensuche‘, die im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Bundesprogramms Biologische Vielfalt stattfindet, trifft auf ein wachsendes Bewusstsein für den Naturschutz in der Bevölkerung. „Die erschreckenden Zahlen des Artenrückgangs haben viele Menschen bewegt. Bei der ‚Spurensuche Gartenschläfer‘ geht es um eine Tierart vor unserer Haustür, für die jetzt noch etwas getan werden kann. Das wird ein Grund dafür sein, warum wir uns über so viel positive und engagierte Resonanz freuen können“, so Mechthild Klocke.

Hintergrundinformationen:

Der Gartenschläfer ist eine in Europa heimische Schlafmaus, verwandt mit dem Siebenschläfer. Erkennbar ist er an seiner typischen Gesichtszeichnung, die an die „Zorro-Maske“ erinnert. Das Verbreitungsgebiet des Gartenschläfers ist in den vergangenen 30 Jahren um mehr als die Hälfte geschrumpft, in vielen Regionen ist er bereits ausgestorben. Die Ursachen sind unklar. BUND, Justus-Liebig-Universität und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersuchen deshalb nun alle denkbaren Einflussfaktoren: Nahrungsgewohnheiten und -angebote, Lebensraumansprüche und Klima, genetische Strukturen, Krankheiten und Parasiten, Fressfeinde und Prädatoren u.v.m.

Möglich wird eine derart intensive Untersuchung mit Unterstützung durch Freiwillige auf ‚Spurensuche‘. Geforscht wird in einigen beispielhaften Regionen Deutschlands, in denen die Schlafmaus heimisch ist, u.a. in den Innenstädten von Wiesbaden und Bonn, in Weinbergen und Gärten im Südwesten Deutschlands und in den Hochlagen der Mittelgebirge, zum Beispiel im Harz. Innerhalb von drei Jahren sollen Antworten auf die Frage gefunden werden, warum der Gartenschläfer derart drastisch in seinen Beständen zurückgeht. Daraus werden konkrete Schutzmaßnahmen entwickelt, die unmittelbar umgesetzt werden sollen. Das Ziel: Den Gartenschläfer in großen Teilen seines Verbreitungsgebiets in Deutschland zu erhalten.

Das Projekt wird seit Oktober 2018 für sechs Jahre vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie in Rheinland-Pfalz von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz aus Mitteln der Glücksspirale gefördert.

Weitere Infos:

www.gartenschlaefer.de,
www.bund-rlp.de/gartenschlaefer und

www.biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/erarbeitung-eines-bundesweiten-schutzkonzepts-fuer-den-gartenschlaefer

Fotos: www.bund.net/presse

Pressekontakt: Jenny Therese Kupfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Naturschutzgroßprojekte, Tel.: 030-27586-544, E-Mail: jenny.kupfer(at)bund.net bzw. Sigrid Wolff, BUND-Pressesprecherin, Tel.: 030-27586-425, E-Mail: presse(at)bund.net, www.bund.net

Pressekontakt Rheinland-Pfalz: Sabine Yacoub, Landesvorsitzende, 0174-9971892;
Jutta Schreiner, Projektleiterin, Tel. 06131-62706-0; jutta.schreiner(at)bund-rlp.de

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