BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Waldzustandsbericht 2009

23. November 2009 | Lebensräume, Wälder

Zwei Drittel des Waldes krank - BUND fordert waldverträgliche Agrar-, Verkehrs- und Energiepolitik

Aus dem vom Umweltministerium herausgegebenen Waldzustandsbericht 2009 hebt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. hervor, dass zwei Drittel (69 Prozent) des Waldes in Rheinland-Pfalz inzwischen sichtbar geschädigt sind. Etwa 28 Prozent der Bäume sind sogar schwer geschädigt, bei ihnen fehlt mehr als ein Viertel der normalen Blatt- bzw. Nadelmasse. Außerdem sind mit Buche und Eiche unsere wichtigsten Baumarten am stärksten betroffen.

„Die Schäden haben im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht abgenommen. Doch dies ist auf die günstigen Witterungsbedingungen des Beobachtungsjahres zurückzuführen und darf nicht als Trendwende interpretiert werden.“ erklärt Dr. Erwin Manz, Landesgeschäftsführer des BUND. Hauptursache der nach wie vor hohen Waldschäden seien giftige Luftschadstoffe, den Boden versauernde Emissionen, die Wirkungen der Treibhausgase und forstwirtschaftliche Fehler. „Landes- und Bundesregierung müssen ihre Anstrengungen vervielfachen, um eine waldverträgliche Agrar-, Verkehrs- und Energiepolitik zu entwickeln. Bedrohlich sind vor allem die hohen Emissionen giftiger Stickoxide und von Ammoniak. Sie belasten die Waldböden weiter, gefährden das Grundwasser und verursachen hohe Ozonbelastungen.“ so Manz.

Um die Folgen der Schadstoffeinträge in den Wäldern besser abpuffern zu können muss das Land ein Maßnahmenbündel auf den Weg bringen. Dies besteht nach Ansicht des BUND aus:

  • Bejagung der zu hohen Hirsch- und Rotwildbestände,
    damit sich naturnahe Wälder überhaupt verjüngen können;
  • verstärkte Anstrengungen zur Wasserrückhaltung im Wald,
    damit Trockenperioden besser überdauert und der Hochwasserabfluss vermindert wird;
  • verstärkte Erhaltung alter Rotbuchen und Eichen, weil diese für Vielfalt des Lebens im Wald von überaus hoher Bedeutung sind und im Holz Kohlendioxid gespeichert wird (trotz hoher Brennholznachfrage darf kein Raubbau in diesen wertvollen Altbeständen erfolgen);
  •  konsequentere Umsetzung des naturnahen Waldbaus; durch qualifiziertes Personal in ausreichender Zahl. 

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