Westumgehung Straßburg: BUND und Elsässer Umweltschützer einig im Protest

15. Februar 2018 | Mobilität, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Klimawandel

MAINZ, 15.2.2018. Neueste Nachrichten aus dem Elsass über die Entwicklung um das Großprojekt der 25 Kilometer umfassenden Westumgehung von Straßburg, Grand Contournement ouest (GCO), machen keine Hoffnung auf die von der Politik versprochene Schadstoffreduzierung im Straßenverkehr. Dies ist das herb enttäuschende Fazit des BUND-Landesvorsitzenden Dr. Holger Schindler und Maurice Wintz, Vize-President der elsässischen Umweltorganisation Alsace Nature (AN). Das französische Umweltministerium hat jüngst in einer PM erklärt, dass es das im Elsass von Umweltschützern, Landwirten, Kommunalpolitikern und großen Teilen der Bevölkerung abgelehnte Verkehrsprojekt zulassen werde. Paris setzt sich damit hinweg über das unabhängige wissenschaftliche Gremium des nationalen Umweltrates (Conseil national de protection de la nature); dieses hochrangige Gremium hatte bereits zweimal das von der ausführenden Baufirma Vinci erstellte Umweltdossier als unzureichend abgelehnt. Paris stört es auch nicht, dass noch eine Enqu´e`te publique zu dem Projekt aussteht.

Den Elsässern von AN sowie von „GCO NON MERCI“, die seit Jahren mit unglaublichem Graswurzeleinsatz gegen das Projekt kämpfen und mobilisieren, geht es um die einmalige, urwüchsige Natur und die kulturellen Werte bei Kolbsheim; die rheinland-pfälzischen Umweltschützer befürchten zusammen mit den Anwohnern an der französischen A 35 ein gewaltiges Anschwellen des internationalen Schwerlastverkehrs aus Südwesteuropa; es werde im linksrheinischen Oberrheinraum ein neuer, stark frequentierter Verkehrskorridor entstehen, der u. a. die inzwischen  aufgegebenen Pläne einer Bienwaldautobahn wieder aufleben lassen wird. Sowohl der urwüchsige Auwald beim elsässischen Kolbsheim wie auch das Naturschutzgroßprojekt Bienwald mit seinen europarechtlich geschützten Flächen würden dabei buchstäblich „unter die Räder kommen“.

Der BUND ist enttäuscht von einem Staatspräsident Macron, der in schönen Reden an die Europäer appelliert, doch zügig das Pariser Klimaabkommen umzusetzen. Vor Ort jedoch konterkariert er seine eigene Politik unter völliger Missachtung der betroffenen Bevölkerung. Unverständlich bleibt die Haltung von Umweltminister Hulot, den der BUND Rheinland-Pfalz im letzten Jahr brieflich um Rücksichtnahme auf das bereits heute überlastete pfälzische Straßennetz gebeten hatte. Noch Ende November vergangenen Jahres hatten BUND-Vertreter unter starkem und dankbarem Beifall der elsässischen Freunde eine drei Meter hohe Linde in Trassennähe als Zeichen der Solidarität gepflanzt. Bei der Trasse sind inzwischen zahlreiche solide gebaute Hütten der Projektgegner entstanden, um den Widerstand sichtbar werden zu lassen.

Es wäre zu wünschen, dass sich Oberrheinkonferenz und Oberrheinrat gründlich dieser beklagenswerten Entwicklung annehmen. Güterzüge braucht der Oberrhein.

PM von Alsace Nature und GCO NON MERCI zum gleichen Thema in französischer Sprache

Für Rückfragen:

Maurice Wintz, Alsace Nature (spricht Deutsch): 0033 648 9187 56 Holger Schindler, BUND Rheinland-Pfalz: 06306 701505 Ulrich Mohr, BUND Südpfalz: 06347 - 6630

 

 

 

 

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