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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Zu kalt – zu häufig – zu laut: Klimaanlagen sinnvoll einsetzen

24. Juli 2019 | Klimawandel, Energiewende, Nachhaltigkeit

Mainz. Bei den aktuellen hohen Temperaturen sind Klimaanlagen gern eingesetzte Kühlaggregate. Leider werden sie aber häufig wenig sinnvoll genutzt und verursachen dadurch nicht nur hohe Kosten, sondern belasten auch Natur und Umwelt.

„In Regionalzügen fällt mir immer wieder auf, dass Klimaanlagen viel zu kalt eingestellt werden. Im Sommer sind Außentemperaturen von um 25 °C normal und erwünscht – die Kleidung ist entsprechend. Leider ist immer wieder festzustellen, dass die Innenräume von Regionalzügen oder auch Bussen auf 20 °C oder noch weniger heruntergekühlt werden. Dies ist zu kalt!“, sagt Michael Carl, stellvertretender Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Landesverband Rheinland-Pfalz. Klimaanlagen brauchten sehr viel Energie und seien daher recht teuer. In einem Bus könnten schon einmal 30 PS nur für den Betrieb dieser Geräte benötigt werden. „Auffällig ist auch, dass Klimaanlagen in Fahrzeugen laufen, auch wenn es draußen nur 20 °C hat.“

Das Gleiche gelte für den Privat-Pkw. Auch hier seien Temperaturen um die 25 °C sinnvoll. Bei sehr hohen Außentemperaturen sollte zudem die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur nicht zu groß werden. „Fünf Grad Unterschied zwischen innen und außen sind für den Körper deutlich besser zu verarbeiten, als zehn oder 15 Grad. Dies bedeutet, dass bei 35 °C Außentemperatur, wie wir sie in diesem Sommer häufiger erleben mussten, eben nur auf 28 oder 30 °C heruntergekühlt wird. Dies verhindert den Hitzeschock beim Aussteigen“, so Carl weiter. Auch beim Pkw sei natürlich ein Mehrverbrauch an Kraftstoff unumgänglich. Der ADAC habe bei einem vor kurzem durchgeführten Test eine Steigerung um bis zu 20 %, also 1 – 2 Liter pro 100 km festgestellt.

Im Eigenheim seien Klimaanlagen wegen des hohen Stromverbrauchs erst recht eine teure Angelegenheit, da größere Volumina gekühlt werden müssten. Zudem schnitten bei Tests immer recht viele Geräte wegen mangelnder Effektivität schlecht ab. Dies gelte vor allem für die mobilen Varianten. Nicht umsonst rate die Stiftung Warentest von Kauf und Einsatz solcher Geräte ab. Etwas besser seien Splitgeräte, bei denen ein Bauteil innen und eines außen angebracht ist. Dazu seien aber teure bauliche Veränderungen nötig und auch die Geräte seien teurer. Was bliebe, sei der hohe Stromverbrauch. Für einen 25 m2-Raum und einer täglichen Nutzung von 5 Stunden sei mit Kosten von 3 Euro zu rechnen. Für eine Wohnung kämen schnell mal 500 Kilowattstunden zu etwa 150 Euro zusammen. Hinzu kämen eine nicht zu vernachlässigende Lärmbelästigung und teilweise auch Schadstoffe. Ein einfacher Ventilator wäre eine preiswerte und effektive Alternative, ebenso wie das Schließen von Rollläden oder das Abschatten durch Segel.

Bemerkenswert sei, dass Klimaanlagen immer häufiger eingesetzt werden müssten, da die Temperaturen stiegen. Diese Klimaerwärmung würde zum großen Teil durch unseren sehr hohen Energieverbrauch verursacht. Nun versuchten wir, diese hohen Temperaturen mit weiterem Energieverbrauch zu senken – ein Teufelskreis.

Für Rückfragen:

Michael Carl, 02620 8416

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