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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

BUND lehnt Fahrrinnenvertiefung im Rhein ab - Vorhaben konterkariert viele ökologische Anstrengungen der letzen Jahre

11. November 2015 | Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz

Die jetzige Niedrigwasserperiode im Rhein ruft wieder die Befürworter einer Fahrrinnenvertiefung auf den Plan. Es wäre zwar nicht die erste Manipulation an der Fahrrinne des Rheins, aber Aufgrund der geplanten Größenordnung, wäre diese für viele Gewässersysteme mit nicht akzeptablen negativen Folgen verbunden.

So würde eine Vertiefung des Rheins ein Absenken der lokalen Grundwasserspiegel mit der Veränderung von grundwasserabhängigen Ökosystemen nach sich ziehen. Dabei würden Nasswiesen und Mündungsdeltas der Nebenflüsse negativ beeinflusst. Auch der Zufluss in die Neben- und Altarme sowie die Überschwemmungen der Auen würden sich verschlechtern, Wanderfischarten könnten evtl. die Nebenflüsse nicht mehr erreichen; dies hat sich bei der letzten „Korrektur“ im Bereich Bingen bereits negativ für die Nahe ausgewirkt. All dies würde die ökologischen Anstrengungen der Wasserwirtschaft der letzten Jahre konterkarieren.Auch beim Hochwasserschutz sind Verschlechterungen zu erwarten. Für einen nachhaltigen Hochwasserschutz sollten die Flüsse wieder mehr Platz in der Breite bekommen. Ein Ausbau in die Tiefe konterkariert auch dies.Zudem müssten im oberen Mittelrheintal riesige Mengen an Fels aus der Gewässersohle herausgesprengt, große Mengen von Sand und Kies aus der Gewässersohle herausgebaggert werden. Damit würden die Laichhabitate vieler Kieslaicher und der Lebensraum zahlloser Kleintiere wie Krebse, Insektenlarven, Strudelwürmer, Schnecken und Muscheln zerstört. Letztere sind wichtige Nährtiere für die Fische.Das neue Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zur Weservertiefung vom 1. Juli 2015 hat das Verschlechterungsverbot konkretisiert und damit verschärft. Dadurch wäre die diskutierte Rheinvertiefung nicht mehr mit europäischem Recht vereinbar.Zwar hat der Gütertransport auf dem Rhein eine relativ gute CO2-Bilanz, doch sollte sich die Rheinschifffahrt dem Rhein anpassen und nicht der Rhein der Schifffahrt. So könnten bessere Vorraussagen der Pegel die Beladung optimieren. Langfristig sollten die Schiffe für flachere Gewässer ausgelegt werden.

Für Rückfragen:
Dr. Heinz Schlapkohl, Sprecher Arbeitskreis Wasser, 06353-3318
Sabine Yacoub, Landesgeschäftsführerin, 06131-62706-0 oder 0174-9971892


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