- Umfrage: Über zwei Drittel für mehr schattenspendende Bäume
- Für rund die Hälfte tut die Politik zu wenig für Stadtbäume und Parks
- Bäume gießen ist wichtig, aber langfristig hilft nur mehr Platz
Mainz, der 20.04.26 I Zum Tag des Baums am kommenden Samstag fordert der BUND Rheinland-Pfalz Städte und Gemeinden im Land auf, sich besser um das Stadtgrün zu kümmern, mehr Bäume zu pflanzen und diese auch zu wässern und zu pflegen. Bäume und Stadtgrün sind die wirkungsvollste Klimaanlage in den Siedlungen und schützen die Bewohnerinnen und Bewohner vor gesundheitsgefährdender Überhitzung. Auch tragen sie zum Schutz der Artenvielfalt bei, verbessern das Stadtbild und das Wohlbefinden. Mit einem Schwerpunkt zum Tag des Baums lenkt der BUND die Aufmerksamkeit auf Aspekte rund um Bäume und Stadtgrün.
In einer repräsentativen Umfrage hat der Umweltverband Menschen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohner*innen gefragt, wie sie auf Zustand, Pflege und Umfang ihrer Stadtnatur schauen. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten sind der Meinung, dass sich die politisch Verantwortlichen nicht ausreichend um Straßenbäume und Parks kümmern. Mehr als zwei Drittel wünschen sich mehr schattenspendende Bäume. Angesichts der Häufigkeit von Hitze- und Dürre-Phasen infolge des Klimawandels ein dringliches Anliegen.
Sabine Yacoub, Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz: „Die Zeit der Asphalt- und Betonstadt ist vorbei. Die Umfrage zeigt, was die Menschen in unseren Städten wollen: mehr Grün, mehr Schatten, mehr Lebensqualität. Doch Stadtbäume und Grünflächen stehen unter wachsendem Druck — durch Nachverdichtung, Versiegelung und die Folgen der Klimakrise. Wir brauchen ein grundlegendes Umdenken: Grün darf nicht länger als nice-to-have gelten, sondern muss als unverzichtbare Infrastruktur geschützt und ausgebaut werden."
Gerade im Frühjahr brauchen Straßenbäume Wasser
Gerade im Frühjahr benötigen Straßenbäume ausreichend Wasser für ihr Blattwachstum. Die Niederschläge in diesem Winter blieben aber zum wiederholten Male hinter dem Jahresmittel zurück. Kurzfristig können die Grünverwaltungen den Bäumen helfen, indem sie in den Trockenphasen gießen. Langfristig hilft den Bäumen aber nur, ihnen mehr Raum zu geben. Für ein schattenspendendes Kronendach und für ein gesundes Wurzelsystem.
In vielen Städten wünschen sich die Bewohnerinnen und Bewohner, dass die Politik sich mehr für einen guten Zustand der Bäume einsetzt. In den rheinland-pfälzischen Großstädten ist dieses Bild deutlich: In Ludwigshafen, Mainz, Koblenz und Trier sieht jeweils eine Mehrheit der Befragten die politisch Verantwortlichen nicht ausreichend in der Pflicht. Gleichzeitig wünschen sich die Menschen in allen vier Städten — besonders ausgeprägt in Ludwigshafen und Koblenz — mehr schattenspendende Bäume als Schutz vor Hitze.
Sabine Yacoub: „Menschen wollen sich einbringen — in Gießgruppen, in Bürgergärten auf entsiegelten Flächen, bei der Pflege ihres Stadtgrüns. Dieses Engagement braucht Unterstützung. Politik und Verwaltung müssen die Städte gemeinsam mit den Bürger*innen auf die Klimakrise vorbereiten — und dafür die Voraussetzungen schaffen."
Das Institut Civey hat für den BUND vom 7. bis 11.4.2026 rund 2500 Menschen in Städten mit über 100.000 Einwohner*innen online befragt.
Hintergrund:
Seit 2018 kommt es regelmäßig im Frühjahr zu Perioden mit anhaltender Trockenheit und überdurchschnittlich hohen Temperaturen, die der Land- und Forstwirtschaft zu schaffen machen. Der letzte Waldzustandsbericht kam zu dem Ergebnis, dass sich die Bäume immer noch nicht von den vergangenen Hitzewellen erholt hatten und nur etwa jeder fünfte Baum im Wald frei von Kronenschäden ist.
Der Zustand von Stadt- und Alleebäumen wird nicht einheitlich erfasst, aber auch sie haben durch die wiederkehrende Trockenheit gelitten. Vielen Straßenbäumen fehlt es an ausreichend durchwurzelbaren Raum, der Boden ist stark verdichtet und nur schlecht belüftet. Der Klimawandel bewirkt nicht nur, dass es heißer ist und seltener regnet, sondern die Niederschläge, die fallen treten zunehmend als Starkregen auf, der von ausgetrockneten Böden nicht gut aufgenommen werden kann und ungenutzt in die Kanalisation abfließt. Das Konzept der Schwammstadt hat zum Ziel mit Entsiegelungen und Neupflanzungen die kühlende Wirkung von Bäumen und Freiflächen optimal zu nutzen.
Mehr Informationen:
- BUND-Umfrage zu Stadtbäumen und Stadtnatur
- BUND-Mitgliedschaft
- Für Rückfragen: Sabine Yacoub, sabine.yacoub(at)bund-rlp.de, 0174-9971892