So müsse der Biotopverbund verbessert werden. „Zwischen dem Pfälzerwald und den Rheinauen fehlen wichtige Verbindungskorridore“, erläutert Doris Stubenrauch, Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe Rhein-Pfalz. „Durch die Korridore könnten die Wildkatze und viele andere Wildtiere profitieren. Z. T. haben die Verbindungstrassen eine überregionale Bedeutung.“
Außerdem sollten wichtige Flächen für den Arten- und Biotopschutz als Vorranggebiete für den Naturschutz gesichert werden. Hierzu gehören die Konversionsfläche Angelhof/Reffenthal bei Speyer, ein bedeutendes Überwinterungs- und Brutgebiet für Wasservögel, sowie die Sanddüne bei Speyer, eine geologische Besonderheit, die einen in der Region einzigartigen Lebensraum bietet.
Der BUND begrüßt die Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie über die Regionalplanung. Manche Gebiete sind aber aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes sehr problematisch. So lehnt der BUND den Bau von Windkraftanlagen im Pfälzerwald grundlegend ab. „Im Pfälzerwald weht ohnehin nur an wenigen Stellen ausreichend Wind. Wir haben die Chance, den größten zusammenhängenden Wald Deutschlands frei von Windenergieanlagen zu halten und müssen dafür nur auf wenige Anlagen verzichten. So erhalten wir uns und nachfolgenden Generationen ein Gebiet, das noch als naturnahe, nicht industriell überformte Landschaft erfahren werden kann“, erläutert Schlapkohl die BUND-Position. Auch außerhalb des Pfälzerwaldes gibt es problematische Vorrangflächen. „Insgesamt fehlt ein fundiertes ornithologisches Gutachten für die Planungsregion, so dass die Auswirkungen auf den Vogelschutz oft nicht hinreichend beurteilt werden können“, bedauert Stubenrauch.
Große Eingriffe in Natur und Landschaft gehen auch von den geplanten Rohstoffabbaugebieten aus. Aus Naturschutzsicht besonders problematisch sind u. a. das Eisenberger Tongrubengebiet und der Kalkabbau am Grünstadter Berg sowie der Kiesabbau in den Gemarkungen Neuburg und Berg.
Auch die Siedlungsentwicklung hat der BUND unter die Lupe genommen und einige Planungen gefunden, die zu einem unnötigen Flächenverbrauch führen und deshalb strikt abgelehnt werden. So werden immer noch überdimensionierte Gewerbegebiete geplant. Beispielsweise in Ludwigshafen, Frankenthal, Maxdorf und Worms-Pfeddersheim. Bei der Entwicklung von Wohnraum fordert der BUND eine konsequente Durchsetzung der Innenentwicklung und einen Stopp von Neubaugebieten. „Wir müssen weiteren Flächenverbrauch und die Zersiedelung der Landschaft verhindern“, betont Schlapkohl. „Durch eine gut gestaltete Innenentwicklung werden die Gemeinden auch für ihre Bewohner attraktiver.“
Für Rückfragen:
Doris Stubenrauch, Vorsitzende der BUND Kreisgruppe Rhein-Pfalz, Telefon: 06234-12 89
Holger Schindler, Vorsitzender des BUND Landesverband Rheinland-Pfalz, Telefon: 0 63 06 - 70 15 05
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