Lückenschluss der A 1: BUND fordert neue Linienbestimmung statt Schnellschüsse

20. April 2011 | Lebensräume, Naturschutz, Mobilität, Wälder

Am 11. April 2011 fand in Blankenheim (NRW) ein „Beteiligungstermin“ zur landschaftspflegerischen Begleitplanung für den Autobahnabschnitt von Lommersdorf bis Adenau statt, zu dem auch die Naturschutzverbände aus den beteiligten Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eingeladen waren.

Heidelind Weidemann, stellv. Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz, kritisiert das Feilschen um Flächen für Ausgleichsmaßnahmen, das auch die Landwirtschaft stark benachteilige. „Nach so langer Zeit ist es angebracht, nicht nur das Planfeststellungsverfahren neu zu beginnen, sondern auch die Linienbestimmung zu überdenken, und zwar mit einer qualifizierten Beteiligung der Öffentlichkeit.“, so Weidemann. Gleich mit einer begleitenden Umweltverträglichkeitsprüfung zu beginnen wäre eine gute Hilfe, um die Planung „vom Kopf auf die Füße zu stellen“ und das Erfordernis von Ausgleichsmaßnahmen durch eine naturverträgliche Planung deutlich zu minimieren.

Die alte Linie der A 1 wurde vor Jahrzehnten festgelegt, damals noch ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und mit ganz anderen Standards der Bürgerbeteiligung. Die Naturschützer halten diese Linienführung nicht mehr für zeitgemäß und realisierbar. Volker Hoffmann von der Kreisgruppe Euskirchen des BUND NRW meinte dazu: „Statt immer wieder die Uralt-Trasse vorzubringen, sollte sich der Straßenbau um Akzeptanz unter den Betroffenen bemühen. Und dazu gehört eine transparente Überprüfung in einem neuen Linienbestimmungsverfahren! Dann könnte auch anhand einer ehrlichen und aktuellen Verkehrsprognose Sinn und Zweck der Null-Variante über die B 51 überprüft werden, die wir seit Jahrzehnten fordern“.

Einen Zeitverlust durch eine planerische Überprüfung und eine aktuelle Linienbestimmung sehen die Umweltschützer nicht. Es sei wichtiger und am Ende auch für die Straßenbefürworter besser, jetzt alles zu tun, um die Probleme auszudiskutieren und die Gegner des Projektes mitzunehmen. Der Termin am Montag habe doch gezeigt, dass die Planung so oder so noch viele Jahre dauern wird. Die Zeit sollte man besser für eine Umweltverträglichkeits-prüfung und die offene Bürgerbeteiligung nutzen, statt die Altplanung hinüberretten zu wollen. Das Gebiet zwischen Lommersdorf, Adenau und Kelberg ist ökologisch enorm wichtig. Hier werde der Autobahnbau auf extrem viele Umwelt- und Naturprobleme treffen. Seit Jahrzehnten werde versucht, mit einer Flut von Gutachten eine nicht umweltverträgliche und teure Autobahnplanung schön zu reden, die eigentlich aus den europäischen Schutzgebieten herausgelegt werden müsste. „Wenn das Festhalten an der Uralt-Trasse wegen dieser Probleme zum Schluss nicht klappen sollte, hat man am Ende nichts als Frust bei den Bürgern und einen Scherbenhaufen für die Planer! Dann doch besser von Anfang an transparent arbeiten und ein im Ausgang offenes und ehrliches Linienbestimmungsverfahren einleiten“, rät Thomas Brötz, Vorsitzender der Kreisgruppe Ahrweiler des BUND Rheinland-Pfalz.

Für Rückfragen:

Heidelind Weidemann, Tel.: 06532-93146, Mobil: 0160-1401324

Weitere Informationen zur A1 Eifelautobahn finden Sie hier.

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