"Nous sommes Paris - wir sind Paris, aber auch Beirut, Türkei und Mittelmeer"

16. November 2015 | BUND

"Mit Trauer und Betroffenheit hat auch unser Umwelt- und Naturschutzverband die furchtbaren Anschläge in Paris erleben müssen. Dies ist ein Anschlag auf die Werte einer offenen und demokratischen Zivilgesellschaft in ganz Europa und darüber hinaus", so Dr. Holger Schindler, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz. „Wir denken gleichzeitig auch an die Opfer von Bomben und Militäraktionen andernorts, zum Beispiel in der Türkei oder im Libanon. Auch diese Menschen und die Flüchtlinge, die vor Terror, Krieg, Dürre und Hunger fliehen und im Mittelmeer um ihr Leben kämpfen, brauchen unsere Solidarität.“

Der Landesvorstand hatte sich bei einer Klausur in Neustadt/W. gerade mit Paris befasst, als der Terroranschlag durch die Nachrichten ging. Anfang Dezember soll dort bekanntlich der Klimagipfel stattfinden, auch der BUND will hier für wirksamere Klimaschutzmaßnahmen und Klimagerechtigkeit mit vielen Aktiven auf die Straße gehen. Vorstandsmitglied und Klimaaktivist Egbert Bialk aus Koblenz erwartet, dass der Gipfel und die Demonstrationen nicht abgesagt werden, aber unter erschwerten Bedingungen stattfinden: "Frankreich könnte den Ausnahmezustand für mehrere Monate verlängern, Aktionen würden dann schwierig, und natürlich machen wir uns Sorgen. Die Risiken bestehen aber überall in Europa und wir dürfen den Feinden der Demokratie nicht unsere Angst und den öffentlichen Raum herschenken. Wir rufen darum weiter zur Teilnahme am Gipfel auf. Außerdem sollten wir nicht ausblenden, wer hinter dem Terror steht und wer davon einen Nutzen hat. Der IS-Terror finanziert sich auch aus dem Ölverkauf. Unser Hunger nach billiger Energie hat damit ebenso zu tun wie unsere Waffenlieferungen in den Nahen Osten. Wir müssen Fluchtursachen bekämpfen, dazu gehört auch der Klimawandel. Dafür sind wir mitverantwortlich, jeder von uns." Klar wendet sich der BUND gegen einzelne Versuche, die Terroranschläge für rechtspopulistische Zwecke zu missbrauchen.

In diesem Sinne wünscht sich der BUND-Landesvorstand eine breite Inititiative für Klimagerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit. "Wir brauchen keine weitere verbale Brandstiftung sondern einen offenen gesellschaftlichen Dialog über friedensbewahrende, tragfähige und nachhaltige Zukunftskonzepte und unseren Anteil an der Verantwortung für Fehlentwicklungen. Wenn bei uns weiter Teilinteressen regieren und Hasstiraden in der Öffentlichkeit kultiviert werden, droht uns die Gesellschaft um die Ohren zu fliegen", so Matthias Boller, Vorstandsmitglied. Eine Initiative "Teilen statt spalten" sei dringend notwendig. Diese will der Landesverband Rheinland-Pfalz auch in die BUND-Bundesdelegiertenversammlung einbringen, die am kommenden Freitag in Bad Hersfeld beginnt.

Für Rückfragen:

Egbert Bialk, 02 61 - 94 24 96 38
Matthias Boller, 02621 – 61160
Sabine Yacoub, 06131 - 62706-0 oder 0174 - 9971892

 

Weiter Informationen zu den geplanten Aktivitäten rund um die Klimakonferenz in Paris hier...


 

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