BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Der BUND Rheinland-Pfalz nennt eine Reihe von Argumenten gegen den vollständigen Ausbau von Pirmasens bis Landau und wirft einige Fragen auf:

  • Trotz der zwingenden Notwendigkeit, die Treibhausgase des Verkehrs massiv zu reduzieren, die Biodiversität zu schützen und endlich die Mobilität der Zukunft zu gestalten, hält die aktuelle Bundesregierung an ihrem Straßenbau-Maximalprogramm fest, das auch die B 10 durch den Pfälzerwald umfasst. Sind Klimaveränderung, Verkehrswende oder Gewässerschutz für die Bundesregierung Fremdworte?
  • Neue Straßenbauprojekte haben mittlerweile kaum noch vertretbare Kosten. Statt Hunderter von Millionen in den Ausbau einer Straße mit fraglichem Nutzen-Kosten-Verhältnis (bei aktueller Betrachtung) zu investieren, wäre der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs, etwa mit einem zweigleisigen Ausbau der parallel führenden Bahnstrecke weitaus zukunftsfähiger. Haben die Ausbaubefürworter nach all den Corona-Milliarden noch die Traute für ein solches Projekt Geld zum Fenster hinauszuwerfen?
  • Zwischen Hinterweidenthal und Annweiler ist kein sehr hohes Verkehrsaufkommen zu erwarten – es sei denn man schafft die Voraussetzungen dafür, dass Tausende zusätzlicher Lastkraftwagen die Strecke anstelle der vorhandenen Autobahnen nutzen. Das Verkehrsaufkommen in Deutschland muss mittelfristig deutlich sinken, will man eine Verkehrswende ernsthaft in Betracht ziehen. Die Erhöhung der Spritpreise durch die CO2-Abgabe wird ihr Übriges tun. Wie steht die Bundesrepublik Deutschland zu ihren eigenen Klimazielen?
  • Das Gebirge erlaubt aufgrund seiner Tektonik keine aus Umweltschutzgründen vertretbare Querung. Die extrem landschaftsverändernden Baumaßnahmen bei Hinterweidenthal sprechen eine klare Sprache. Haben die Ausbaubefürworter kein Herz für den Pfälzerwald, seine Einzigartigkeit und seine landschaftliche Schönheit und widersprechen diese Bautätigkeiten nicht eindeutig der Tatsache, dass der Pfälzerwald ein Biosphärenreservat ist?
  • Schon seit den 1930er Jahren wird in schöner Regelmäßigkeit der Ausbau dieser Straße propagiert. Was nichts daran geändert hat, dass (zuletzt in den 1980er Jahren) ihr Bau immer wieder verworfen wurde. Haben die Befürworter nichts aus der Geschichte gelernt?

Verkehrsverlagerung

Quelle: "Rio `92 MAB (Man and Biosphäre) was ist das? „Man and Biosphere“-Programm Weltnetzes von Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung"

Ausschnitt S.18: „Die Verringerung des Güterverkehrs auf der Straße durch Verlagerung auf die Bahn und des Individualverkehrs durch Stärkung des ÖPNV sind allgemeine Forderungen einer nachhaltigen Entwicklung, nicht nur in Biosphärenreservaten. Im BR-Teil Pfälzerwald steht der geplante vierspurige Ausbau der B 10 dazu nicht im Einklang, der die schon jetzt sehr hohe Belastung durch LKW-Fernverkehr weiter erhöhen wird.“

Podiumsdiskussion zur B10 vom Februar 2021

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