BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Was tun die professionellen Beschützer und Förderer des Biosphärenreservates Pfälzerwald?

Wissenschaftlicher Beirat und Geschäftsstelle des Biosphärenreservates unter Federführung von Prof. Dr. Ing. G Koehler (beschlossen von der Mitgliederversammlung des damaligen Trägervereins Naturpark Pfälzerwald e. V.): „Im Biosphärenreservat – Teil Pfälzerwald steht der geplante vierspurige Ausbau der B 10 dazu nicht im Einklang, der die schon jetzt sehr hohe Belastung durch LKW-Fernverkehr weiter erhöhen wird“. Mit „dazu“ gemeint ist das Nachhaltigkeitsziel der UNESCO für Biosphärenreservate.

Frage angesichts der mehr als eifrigen Anstrengungen der Politik, um jeden Preis eine „Pfälzerwald-Autobahn“ in Gestalt einer vierstreifigen B 10 durchzusetzen: Ist inzwischen und in aller Stille unter der neuen Trägerschaft des Bezirksverbandes ein ganz neues Entwicklungskonzept entstanden, das eine vierstreifig ausgebaute B 10 als eine ganz besondere Wohltat für den Pfälzerwald entdeckt hat, völlig in Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der UNESCO?

Wer hat versagt als Beschützer des Biosphärenreservats Pfälzerwald?

  • der Bezirksverband und die Verantwortlichen im Bezirkstag
  • das rheinland-pfälzische Umweltministerium
  • die fachlich dazu ausgestattete Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt/Wstr.
  • Das MAB-Nationalkomitee mit seiner Verantwortung für die 16 deutschen Biosreservate, angesiedelt beim Bundesumweltministerium

Das MAB: Was hat man dort getan im Interesse der Unverletzlichkeit einer einmaligen Landschaft? Warum hört man seit 2013, seit der letzten periodischen Überprüfung durch Martin Waldhausen vom MAB-Komitee, keine Bedenken mehr gegen die zu erwartende gigantische Versetzung von Bergen und die Zubetonierung sensibler Talauen?

Warum war man so resolut gegen jegliche Windenergie aus dem Pfälzerwald, aber nicht gegen zusätzliche tägliche 10.000 Eurotrucks mitten durch den Pfälzerwald und auf dem Weg von Rotterdam nach Süddeutschland?

Wie sagte Markus Söder in diesen Tagen so schön: Alle wissenschaftlichen Daten, die wir zur ökologischen Veränderung haben, sind doch Alarmzeichen: Bäume, die nicht mehr wachsen; Wälder, die veröden, Grundwasser, das fehlt. Wer diese Alarmzeichen nicht erkennt, macht sich schuldig an der nächsten Generation (Interview in DIE ZEIT vom 11. Februar 2021). Seinen Politikerkollegen, denen der Schutz unseres Biosphärenreservates  anvertraut ist, mögen diese Worte in den Ohren klingen.

Podiumsdiskussion zur B10 vom Februar 2021

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