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BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Ein Garten für Schmetterlinge

Naturgarten für Schmetterlinge - viele Mosaiksteine ergeben zusammen wertvolle Lebensräume

Blumenwiese

Die Blumenwiese ist eines der wichtigsten Elemente eines schmetterlingsfreundlichen Naturgartens. Die Blumenwiese sollte möglichst groß sein und möglichst vollsonnig angeordnet sein. Die Ränder können bis in den Schatten hinein ragen. Der Boden für eine Blumenwiese sollte möglichst mager und trocken sein. Das Vorbild in der Natur sind vor allem die sehr artenreichen Trockenrasen. Eine magere, wechselfeuchte, extensiv genutzte Waldwiese mit Orchideen, wie auf dem obigen Bild lässt sich im Garten nur schwer nachbilden.

Bei der Anlage einer Blumenwiese sind die Bodenverhältnisse für die Auswahl der Pflanzenzusammenstellung entscheidend.

Im Garten steht oft ein nährstoffreicher Boden zur Verfügung. Deshalb ist hier oft die Anlage einer Standardwiese vernünftig.

Typische Wildpflanzen für eine solche Standard-Schmetterlings-Blumenwiese sind: Wiesen-Witwenblume, Margerite, Flockenblume, Salbei, Heilziest, Wiesen-Storchschnabel, Schlüsselblume, Bocksbart, Wiesen-Platterbse, Hornklee, Vogelwicke, Luzerne, Wilde Möhre, Spitz-Wegerich, Wiesen-Sauerampfer, Klappertopf, Wiesen-Fuchsschwanz, Zittergras, Schafschwingel, Trespe und Glatthafer.

Dost- oder Oregano-Beet - Attraktion für viele Falter

Eine der beliebtesten Saugpflanzen für Schmetterlinge im Juli ist Oregano oder echter Dost (Origanum vulgare). Diese Gewürzpflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae oder Labiatae) wurde auch als Heilpflanze genutzt und dient einigen Bläulingen als als Raupennahrungspflanze. Oregano bevorzugt warme sonnige Standorte auf kalkhaltigem Untergrund. Mager- und Trockenrasen in aufgelassenen Weinbergen zählen zu seinen regelmäßigen Wuchsorten. Er wächst oft flächig und kann über Einsaat oder Teilung vermehrt werden. Der richtige Zeitpunkt für die Einsaat ist März/April. Als Lichtkeimer dürfen die Samen nicht mit Erde bedeckt werden. Ein Schnitt darf frühestens ab August nach der Blüte erfolgen.

Dost wird besonders gern besucht von Weißlingen, Schachbrettfaltern, Tagpfauenaugen, oder wie im Bild vom Landkärtchen  und vielen anderen Faltern.

Oregano dient sowohl als Eiablage wie auch  als Raupennahrungspflanze für den Thymian-Ameisen-Bläuling (Glaucopsyche arion).

Aufgrund der sehr geringen Verbreitung und der weiteren Ansprüche dieses Falters insbesondere an ein größeres (mindestens 0,5 ha) flächigeres Vorkommen von Dost oder Thymian, sollte dieser Falter im Garten nicht erwartet werden, es sei denn, der Garten befindet sich direkt angrenzend zu einem Vorkommen der Art.

Schlehenhecke - Lebensraum für Zipfelfalter

Schlehen (Schwarzdorn) gehören zur Gattung Prunus. Sie gehören damit zu den Steinobstgewächsen. Schlehen sind anspruchslos und gedeihen auch auf kargen, felsigen und trockenen Böden. Sie bevorzugen sonnige Standorte und neigen als Wurzelkriechpioniere dazu über ihre Wurzeln unterirdisch stark zu verzweigen und breiten sich so sehr schnell flächig aus. Sie sorgen auf mageren und steinigen Brachen oft schnell für eine Verbuschung der Flächen. Südlich exponierte Schlehen sind im Garten besonders attraktiv.

Schlehenhecken sind vor allem im Frühjahr als Nektarquelle sehr wichtig, für die überwinterten Falter, aber auch für frisch aus den überwinterten Puppen schlüpfende Falter, wie dem Seglefalter auf dem Bild oben. Sie sind aber auch wegen der Schutzfunktion ihrer Dornen ein begehrter Lebensraum für Raupen. Die Schlehenblätter und Blüten dienen sehr unterschiedlichen Arten (Tag- und Nachtfaltern) wie z.B. einigen Zipfelfaltern und dem Segelfalter als Raupennahrung.

Im Frühjahr saugen Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, C-Falter und wie auf nebenstehendem Bild der Großer Fuchs Ende März, nach dem Verlassen ihrer Winterquartiere gerne an den Blüten der Schlehen.

Schlehen dienen vielen Faltern als Raupennahrung. Die Raupen des Nierenfleck-Zipfelfalters, des Kleinen Schlehen-Zipfelfalters und des Pflaumenzipfelfalters, sowie des Segelfalters leben an Schlehe, ebenso wie die Raupen vieler Nachtfalter. - Auf dem Bild ist eine frisch geschlüpfte Raupe des Nierenfleck-Zipfelfalters Anfang April auf einer Schlehenblüte zu sehen.

Die Raupe des Pflaumen-Zipfelfalters Ende April auf einem von Schwammspinnerraupen fast vollständig kahl gefressenem Schlehenzweig.

Schlehenhecken gehören zu den artenreichsten Lebensräumen für Schmetterlinge.

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Grundsätze im Naturgarten für Schmetterlinge:

  • Lebensräume für Raupen und Falter schaffen
  • Vorbild: Extensive Kleinbäuerliche Landwirtschaft
  • Mosaik aus unterschiedlichen Biotopen
  • Kein Dünger
  • Keine Pestizide
  • Keine Insektizide
  • Mut zur Unordnung
  • Seltenes Mähen oder Zurückschneiden
  • Mahd- und Schnittgut auf Haufen im Garten belassen
  • Überwinterungsquartiere anbieten
  • Blätter im Herbst teilweise liegen lassen

Zielarten - Diese Falter kann man im Garten erwarten:

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