BUND Landesverband
Rheinland-Pfalz

Die Puppen der Tagfalter in Rheinland-Pfalz

In der leblos erscheinenden Hülle der Schmetterlingspuppe vollzieht sich gut verborgen die komplette Umwandlung der Pfanzen fressenden krabbelnden eher unscheinbaren Raupe zu einem wunderschönen Nektar saugenden sanft dahinschwebenden Schmetterling. Was für ein Wunder der Natur...

Auf dieser Seite werden im Folgenden Puppen von Tagfaltern, die in Rheinland-Pfalz vorkommen, auf Bildern in natürlicher Umgebung - nach Familien bzw. Unterfamilien geordnet - vorgestellt.

Die Puppen der Ritterfalter

Die Apollofalter verpuppen sich in einem Gespinst aus Raupenseide und Pflanzenteilen (Kokon) am Boden. Der Schwalbenschwanz und der Segelfalter verpuppen sich dagegen als Gürtelpuppe. Dabei gibt es sehr interessante Unterschiede zwischen diesen beiden sehr ähnlichen Faltern. Bei beiden Faltern kommen sowohl grüne wie auch braun-grau-beige Puppen vor. Beim Segelfalter schlüpfen aus den grünen Puppen immer (ohne Entwicklungsunterbrechung) die Falter der Sommergeneration. Die beigebraunen Puppen des Segelfalters überwintern und die Falter schlüpfen erst im nächsten Frühjahr. Beim Schwalbenschwanz können beide Farbvarianten der Puppen sowohl überwintern wie auch subitan (ohne Entwicklungsunterbrechung) schlüpfen. 

Puppe des Apollo-Falters am Boden.

Grüne Puppe des Schwalbenschwanz bei der Überwinterung 

Grüne Subitanpuppe des Segelfalters (Sommerform). Aus dieser Puppe schlüpft nach ca. 2 Wochen ein frischer Segelfalter. 

Braungraue Puppe des Schwalbenschwanz 

Beigebraune Puppe des Segelfalters vor der Überwinterung. Aus dieser Puppe schlüpft erst nach der Überwinterung im April des Folgejahres ein neuer Segelfalter.

Die Puppen der Weißlinge

Die Weißlinge verpuppen sich ebenso in Form einer Gürtelpuppe. Um den Brustbereich wird sehr kunstvoll ein Gürtel aus vielen ineinander verwobenen Seidenfäden an die Unterlage (oft ein kleiner Ast) gesponnen. Erst nach dem Anfertigen des Gürtels begeben sich die Raupen in diesen. Der Fußteil der Puppe wird unterhalb des Gürtels in einem auf der Unterlage angefertigten Gespinst mit einem Widerhaken (Cremaster) eingehakt.

Kurz vor dem Schlüpfen scheint bei den meisten Puppen bereits die Flügelfarbe des späteren Falters durch die sehr dünne Puppenhaut. Besonders eindrucksvoll ist dies beim Aurorafalter-Männchen. 

Puppe des Aurorafalters vor der Überwinterung 

Puppe des Aurorafalters vor dem Schlüpfen im Frühjahr 

Wunderschöne bereits verlassene Puppe des Baumweißlings. Die eindrucksvolle bunte Puppe des Baumweißlings zählt zu den schönsten Puppen der Tagfalter.

Puppe des Grünaderweißlings 

Puppe des Hufeisenklee-Gelblings.

Puppe des Senfweißlings 

Puppe des Senfweißlings im Winter 

Puppe des Kleinen Kohlweißlings 

Puppe des Großen Kohlweißlings 

Puppe des Wandergelblings 

Puppe des Weißklee-Gelblings an Hornklee.

Frische Puppe des Zitronenfalters am abgefressenen Blatt nach unten hängend 

Die Puppen der Bläulinge

Die Puppen der Bläulinge haben fast alle eine ähnliche Form, auch die Färbung ist bei fast allen zunächst grünlich, dann gelbbraun und später einheitlich unauffällig braun-grau. Sie verpuppen sich in der Regel bodennah als Gürtelpuppe oder in der Streuschicht in einem lockeren Gespinst. 

Frische leicht behaarte Puppe des Faulbaum-Bläulings als Gürtelpuppe unter einem trockenen Blatt.

Überwinternde Puppe des Fetthennen-Bläulings (Zucht) unter einem Stein.

Frische Puppe des Kronwicken-Bläulings bodennah am Fuß einer Kronwicke.

Puppe des Rotklee-Bläulings am Boden.

Puppe des Kleinen Sonnenröschen-Bläulings am Boden unter zusammengesponnenen trockenen Pflanzenresten.

Puppe des Zwerg-Bläulings zwischen den Samen des Wundklees. Sie ist weiß und behaart. Die Form ist schlanker, als die der anderen Bläulingspuppen.

Die Puppen der Feuerfalter

Die Puppen der Feuerfalter haben als Unterfamilie der Bläulinge eine ähnliche Puppen-Form wie diese. Die Färbung ist aber teilweise etwas auffälliger. Sie verpuppen sich in der Regel bodennah als Gürtelpuppe an Pflanzen. 

Puppe des Braunen Feuerfalters als Gürtelpuppe am Großen Sauerampfer 

Die Puppe des Großen Feuerfalters unter einem Ampferblatt ist braun gemustert.

Puppe des Kleinen Feuerfalters an einem Blatt. Die Puppe der rotgrünen Raupe zeigt zunächst noch einen rötlichen Schimmer, der aber bald verschwindet. 

Die Puppe des Lilagold-Feuerfalters am Boden ist zunächst weiß mit einem Muster aus schwarzen Punkten. Kurz vor dem Schlüpfen der Männchen schimmert der violette Rand bereits durch die Puppenhülle.

Die Puppen der Zipfelfalter

Die Puppen der Zipfelfalter haben als Unterfamilie der Bläulinge eine ähnliche Puppen-Form wie diese. Die Färbung ist zunächst etwas heller und bunter, später aber einheitlich braungrau. Sie verpuppen sich in der Regel in einem Gespinst in der Streuschicht. 

Puppe des Blauen Eichenzipfelfalters unter Blättern am Boden.

Frische Puppe des Grünen Zipfelfalters am Boden. Schon bald verfärbt sich die Puppe braungrau und überwintert so gut getarnt.

Frische Puppe des Nierenfleck-Zipfelfalters unter einen Blatt am Boden. Auch diese Puppe nimmt bald die braungraue Tarnfarbe der Bläulingspuppen an.

Die Puppen der Edelfalter

Die meisten Edelfalter verpuppen sich als Stürzpuppe. Die Puppen verfügen oft über Dornen und die charakteristischen Metallflecken. Manche haben eine "mumienförmige" Gestalt. Besonders markant ist die Gestalt der Puppe des Kleinen Eisvogels. Der Admiral baut sich als Schutz eine Blatttüte, in der er sich verpuppt, die meisten Edelfalter verpuppen sich freihängend an Blättern oder Teilen von Pflanzen. Einige schützen die Puppe mit einem losen Gespinst oder indem sie Pflanzenteile um die spätere Puppe zusammenspinnen.  

Puppe des Admiral an Brennnessel in einer Blatttüte an Brennnesseln.

Puppe des Baldrian-Scheckenfalters an Baldrian.

Puppe des Brombeer-Perlmutterfalters unter einem Brombeerblatt.

Stürzpuppe des Distelfalters an einem Blatt 

Puppe des C-Falters am Zweig einer Ulme 

Puppe des Großen Fuchs 

Puppe des Großen Perlmutterfalters in einem Gespinst aus Pflanzenteilen in der Umgebung. 

Puppe des Kaisermantels in einem losen Gespinst.

Puppe des Großen Schillerfalters an Blatt einer Salweide 

Puppe des Kleinen Schillerfalters an Blatt einer Zitterpappel 

Puppe des Kleinen Eisvogels an Deutschem Geißblatt - gibt es eine noch schönere?

Puppe des Kleinen Fuchses an Holz

Überwinternde Puppe des Landkärtchens an einer vertrockneten Brennnessel.

Puppe des Magerrasen-Perlmutterfalters an einem vertrockneten Pflanzenstängel.

Frische Puppe des Tagpfauenauges an vertrockneter Brennnessel.

Puppe des Wachtelweizen-Scheckenfalters

Puppe des Wegerich-Scheckenfalters unter einem Blatt am Boden.

Die Puppen der Augenfalter

Einige Augenfalter bilden "nackte" Bodenpuppen in einem Gespinst mit Moos und Bodenstreu oder Gras. Manche verspinnen sich aber auch als Stürzpuppen an Pflanzen. Beim abgebildeten Mauerfuchs ist die durchschimmernde Flügelzeichnung kurz vor dem schlüpfen besonders schön zu verfolgen. 

Puppe des Großen Ochsenauges an einem Grashalm.

Puppe des Kleinen Wiesenvögelchens an Grashalmen in Bodennähe.

Stürzpuppe des Mauerfuchs frisch 

Stürzpuppe des Mauerfuchs zwei Tage vor dem Schlüpfen 

Stürzpuppe des Mauerfuchs direkt vor dem Schlüpfen.

Puppe des Schachbrettfalters im geöffneten Bodengespinst 

Puppe des Schornsteinfegers am Boden.

 

... und hier geht es zu den Faltern und ihren Artenporträts.

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Wussten Sie schon?

Die Puppe ist beim Schmetterling das letzte Stadium vor dem adulten Falter. Bei den Tagfaltern kommen vor allem zwei unterschiedliche Arten von Puppen vor, die Gürtelpuppen (z.B. Schwalbenschwanz) und die Stürzpuppen (z.B. Tagpfauenauge). Einige Tagfalter verpuppen sich aber auch frei am Boden (z.B. Schachbrett) in einem Gespinst. Einige Nachtfalter bauen sich ein Gespinst aus Seide (Seidenspinner), welches als Kokon bezeichnet wird.  

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