Der Kaisermantel kommt noch in allen Regionen in Rheinland-Pfalz vor. Der Kaisermantel ist an Waldwegen oder Waldrändern im Sommer (Juli / August) oft beim Saugen an Brombeeren oder Wasserdost zu sehen. Aber auch Flockenblumen sind als Saugpflanzen begehrt.
Die Weibchen erkennt man an den fehlenden Duftschuppen (dunkle Streifen) auf den Vorderflügeloberseiten.
Die Hinterflügelunterseiten zeigen abwechselnd grünliche und silberne Streifen.
Auf der Vorderflügelunterseite ist das Muster der Oberseite erkennbar.
Die Paarung findet oft heimlich im Laub der Bäume statt.
Kaisermantel-Männchen interessieren sich auch für andere Arten.
Wenn die Farbe ähnlich ist, bleibt es nicht beim gemeinsamen Rüsseln.
Hier ist die Attraktion des Festmahles aber zu groß. Da teilt man gerne.
Die Eier werden oft in Rinden von Bäumen oder in Moos an Baumstämmen abgelegt.
Hier wurde das Ei im Moos versteckt.
Nach ca. 14 tagen erkennt man den Kopf der Raupe durch die Eihülle durchscheinen.
Das Räupchen hat einen schwarzen Kopf und eine bräunlich transparente Grundfarbe. Sie verstecken sich kurz nach dem Schlüpfen und dem Fressen der Eischale um dann in der Rinde zu überwintern.
Nach der Überwinterung krabbeln die Räupchen den Baum hinab und suchen Veilchen in der Nähe auf. Danach beginnt das große Fressen…
Besonderes Kennzeichen der Raupen des Kaisermantels sind die langen “Hörner” im Nacken.
Bei der L5-Raupe sind auch die Dornen am Körper auffällig lang.
Am Ende ihrer Raupenentwicklung hat sie eine stattliche Größe erreicht.
Die Verpuppung als Stürzpuppe findet manchmal an der Fraßpflanze statt.
Die frische Puppe ist noch bräunlich transparent.
Schon wenige Tage später erkennt man die typischen Metallflecken der Puppen der Edelfalter.
Ende Juni erscheinen dann die ersten frischen Männchen am Waldrand.
Anfang Juli schlüpfen dann auch immer mehr Weibchen.
Da viele Weibchen sich schon sehr kurz nach dem Schlüpfen paaren, sieht man später das typische “mate refusal” Abwehrverhalten, wenn Männchen sich nähern.
Die Weibchen des Kaisermantels kommen in Rheinland-Pfalz selten in der dunklen Form (f. valesina) vor.
Auch auf der Unterseite ist die stärker silbergraue Färbung dieser Form erkennbar.
Sehr schön ist natürlich ein Vergleich beider Formen nebeneinander, wobei die Männchen immer nur in der rotbraunen Form vorkommen. Die Falter auf dem Bild sind Geschwister aus einer Zucht.
Extrem selten ist das folgende Bild aus dem Hunsrück zu sehen, bei dem Tier handelt es sich um einen Mosaik-Gynander, also ein teiweise männliches und teilweise weibliches Tier. Der weiblche Teil ist hier in der dunklen Form (f. valesina) beteiligt.
Auch die Unterseite zeigt manchmal sehr schöne Farbnuancen, insbesondere bei frischen Tieren.
Offen bleibt die Frage, ob denn die Weibchen oder die Männchen bei dieser Art die schöneren sind.