Lebenszyklus des Storchschnabel-Bläulings in Rheinland-Pfalz
Der Storchschnabel-Bläuling kommt in Rheinland-Pfalz nur noch im Mainzer Sand und der Umgebung von Wackernheim vor. Dieser Bläuling (auf dem Bild ein Männchen) lebt in den ehemaligen Dünen der Kalkflugsandgebiete mit großen Beständen des blutroten Storchschnabels und lichtem Kieferbewuchs.
Die Weibchen des Storchschnabel-Bläulings sind ebenfalls braun mit einem Band orangener Punkte an den Flügelenden.
Auf den Hinterflügelunterseiten befindet sich ein artspezifischer weißer Wisch.
Die Paarung findet oft auf dem blühenden Storchschnabel statt.
Die Eier werden an der Basis des Fruchtknotens innerhalb der aufblühenden Blüte abgelegt.
Die weißen Eier sind flach und rund und haben eine feine, noppenartige Oberflächenstruktur mit der Mikropyle als leichter Vertiefung im Inneren.
Kurz nach dem Abfallen der verblühten Kronblätter wird die Raupe schlüpfen.
Sie bohrt sich zunächst in den Fruchtknoten und lebt zunächst sehr verbrogen innerhalb des Fruchtknotens. Manchmal kann man die etwas älteren Jungraupen dann später auf den sich entwickelden Fruchtständen beobachten.
Noch etwas später findet man sie auch auf den Fruchtknoten oder den noch grünen Samenkapseln benachbarter Blüten des Storchschnabels. Kurz danach ziehen sie sich in die Streu unterhalb der Storchschnabelpflanzen zur Überwinterung zurück.
Erst im April des folgenden Jahres setzen sie ihre Entwicklung fort. Jetzt fressen sie die Blätter des Storchschnabels.
Die älteren Raupen werden oft von Ameisen begleitet. Diese melken die Raupen an einer im hinteren Rückenbereich angesiedelten Drüse. Als Gegenleistung beschützen sie die Raupen vor kleinen Feinden.
Sie verstecken sich oft in einem Schirm aus Blättern der Pflanze.
Dazu fressen sie die Stiele des Storchschnabels an, so das dieser nach unten knickt und das “Versteck” bildet.
Ende April verpuppen sie sich am Boden.
Ab Mitte Mai schlüpfen dann die frischen Falter.
Kurz nach den Männchen werden auch die Weibchen schlüpfen.
Und schon beginnt der neue Lebenszyklus. Die Falter halten sich ihr ganzes Leben in der Nähe der Storchschnabel-Pflanzen auf.
Die Nacht über ruhen sie sogar oft an den Storchschnabel-Pflanzen.