Lebenszyklus des Kleinen Eisvogels

eine Art der lichten Wälder

Das Bild zeigt ein frisch geschlüpftes Weibchen des Kleinen Eisvogels an einem lichten Waldweg bei Mörsfeld in Rheinhessen.

Während die Flügeloberseiten des Kleinen Eisvogels schlicht schwarz-weiß gezeichnet sind, wirkt die Unterseite sehr elegant.

Eiablage im Halbschatten

Die Eiablage des Weibchens erfolgt in der Regel im Halbschatten oder Schatten des Waldes z. B. auf Deutschem Geißblatt oder Roter Heckenkirsche. Der Standort sollte luftfeucht und etwas kühler sein.

Die Eier sehen denen des Großen Eisvogels sehr ähnlich. Sie sind grünlich transparent und gleichen der Oberfläche eines Golfballes mit Stacheln.

Ist die Raupe geschlüpft, so verspeist sie die Eihülle und versucht  sich sofort in Richting Blattspitze zu bewegen. Hier lässt sie sich nieder und beginnt das Blatt links und rechts neben der Mittelrippe zu befressen.

Schon kurze Zeit später beginnt der Bau der Kotrippe. Dazu werden Kotballen und Blattreste auf dem Rücken der Raupe zur Triebspitze gebracht und dort wird mit dem Material die Mitteltrippe verlängert. Mit dem Gespinstfaden werden die Kotballen zusammengesponnen.

Schon am Ende des ersten Tages ragt die Kotrippe deutlich über das Blatt hinaus. Die Raupe nimmt am Ende der Kotrippe ihren Platz ein mit dem Kopf vom Blatt weg.

Nach der ersten Häutung hat die Raupe (noch) kurze Dornen auf der Haut.

Nach der zweiten Häutung trägt sie kurze und längere stärker verzweigte Dornen. Kopf und Rücken sind deutlich dunkler, der Bauch ist etwas heller.

Schon nach ca. 2 Wochen ist die Raupe bereit sich ihr Winterquartier (Hibernarium) zu bauen.

Der Bau des Hibernariums...

Ein Blatt wird ca. 1cm nach dem Blattansatz über die gesamte Breite zertrennt.

... weiter geht's... mal links, mal rechts...

Innen wird das Blatt mit Raupensede überzogen. Beim Trocknen der Seide zieht sich diese zusammen und das Blatt rollt sich ein.

Auch wenn das alles nicht so kunstvoll aussieht wie beim Großen Bruder, entsteht bald ein Röhrchen ein Röhrchen.

Der vordere Blattteil hängt noch über, aber auch der wird oft noch abgebissen.

So entsteht ein sehr einfaches "Häuschen" zum Überwintern.- Noch ist die Raupe darin gut erkennbar.

Aber schon bald ist das Blatt vertrocknet und die Raupe durch Austrocknen etwas geschrumpft und deshalb kaum mehr zu erkennen, auch wenn wie hier sogar noch die Kotrippe aus dem Sommer hängen geblieben ist.

Eis und Schnee können der Raupe jetzt nicht schaden.

Sobald es im nächsten Frühjahr wärmer wird treiben die Blätter wieder aus und die Raupen verlassen ihr Winterversteck.

Mit dem Fressen wird die Winterhaut schon bald zu eng..

Nach der Nächsten Häutung sind die Dornen deutlich länger geworden und die Raupe nimmt schon bald eine grünlich Färbung an.

Die Raupe sitzt jetzt oft versteckt in typische gekrümmter Form unterhalb des Blattansatzes.

Nach der letzten Häutung hat sie ihre endgültige Form und Färbung angenommen. Die Dornen sind zu großen "Eiskristallen" herangewachsen der Rücken ist grün mit weißen Punkten, seitlich ist ein weißer Streifen erkennbar. Bauch, Dornen und Kopf sind bräunlich.

Die letzte Fressphase wird genutzt, um die endgültige Größe zu erreichen.

Ein wenig gleicht sie jetzt einenm feuerspuckenden Fabelwesen.

Kurz vor der Verpuppung wird die Haut blasser. Die Raupe spinnt sich jetzt an der letzten Fraßpflanze oder in der Nähe an.

Mit dem Hinterleib hakt sie sich in das Spinnpolster ein und hängt dann später kopfüber am Ast.

Jetzt wartet sie auf die Häutung zur Puppe.

Und dann ist es geschehen. Eine wunderschöne noch frische grüne Puppe mit Öhrchen ist erschienen.

Die Puppen der Eisvögel sind einmalig in ihrer Gestalt.

Ungefähr 2 Wochen später schlüpft der frische Falter.

Mitte Juni bis Mitte Juli mit der Blüte der Brombeeren erscheinen nach und nach alle Falter.

Während die Männchen ständig auf der Suche den Wald nach Weibchen durchstreichen, sitzen diese oft versteckt im Schatten.

Morgens sitzen sie auch gerne mit ausgebreiteten Flügeln zum Wärmen auf den Blättern.

Gesaugt wird gerne an den Brombeerblüten. 

Auch am Boden wird gerne an feuchter Erde gesaugt. Seltener von den Weibchen wie auf dem Bild...

Öfter sind die Männchen beim Saugen an Pfützen oder feuchter Erde zu sehen.

Und irgendwann im Sommer sind die noch übrig gebliebenen Falter schon etwas abgeflogen... Kurz danach ist die Flugzeit der ersten Generation schon zu Ende. 

An warmen Standorten kann sich bei günstigem Witterungsverlauf auch eine partielle zweite Generation bilden.

Die zweite Generation erscheint im August. 

Mitte September ist dann aber auch die Flugzeit der zweiten Generation zu Ende.

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