Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae)

Lebenszyklus des Nierenfleck-Zipfelfalters in Rheinland-Pfalz

Der Nierenfleck-Zipfelfalter kommt in Rheinland-Pfalz noch in allen Regionen vor. Die Tiere leben versteckt in den Kronen von Bäumen und werden deshalb nur selten beobachtet.

Noch seltener als die Falter kann man die Fügeloberseiten der Art beobachten. Oft werden nur die Weibchen im Spätsommer bei der Eiablage beobachtet.

Zur Eiablage kommen die Weibchen in Bodennähe. Die Eier werden in 0,5 bis 2 m Höhe auf Schlehen oder weiteren Prunus-Arten abgelegt. Die Eiablage erfolgt im Spätsommer (August/September).

Die Eier überwintern. Sie sind nach dem Abfallen der Blätter mit etwas Erfahrung recht leicht auf den sehr dunkelen Zweigen der Schlehen zu finden. 

Erst im folgenden Jahr nach der Eiablage schlüpfen die Raupen ab Anfang April aus den Eiern. Auf dem Bild ist das dunkle Köpfchen der Raupe bereits zu erkennen.

Die Raupen schlüpfen ungefähr zeitgleich mit der Schlehenblüte. Die frisch geschlüpfte Raupe beginnt zunächst an den Blüten zu fressen.

Während der Fresspausen ziehen sie sich unter die Hüllblätter der Blüten zurück.

Die etwas älteren Raupen (L2) ziehen sich nach dem Verblühen der Schlehen zum Schutz vor Kälte in die jetzt aufgehenden Blattknospen zurück.

Die L3-Raupe sitzt während der Fresspausen oft auf der Unterseite der Blätter. Sie wechseln aber auch hin und wieder ihre Blätter.

Auf dem Rücken zeigt die Raupe ein Muster aus hellen Streifen.

Die Raupen werden gerne von Ameisen besucht.

Bei einer Zucht waren die Raupen gesellig und fanden sich zeitweilig unter einem gemeinsamen Blatt ein.

Die Raupen entwickeln sich sehr langsam. Erst Anfang Juni verlassen sie die Schlehen und suchen sich Verpuppungsplätze am Boden.

Die frische Puppe ist noch grün-rot gefärbt.

Nach einem Tag ist sie schon hellbraun mit einer dunkelen Maserung.

Erst nach mehr als einem Monat, in der Regel ab Juli schlüpfen die Falter.

Der Nierenfleck-Zipfelfalter ist selten beim Saugen an Blüten zu sehen. Wenn doch, bevorzugen sie aber, wie fast alle Zipfelfalter, weiße Blüten wie hier die Doldenblüte.

Seltener sieht man die Falter auch an anderen Blüten wie hier dem jetzt am Waldrand blühenden Wasserdost.

Im Kronenbereich ernähren sich die Falter oft von den Ausscheidungen der Läuse auf den Blättern der Bäume.

Die Flugzeit der langlebigeren Weibchen endet erst Ende September / Anfang Oktober.

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