Admiral (Vanessa atalanta)

Lebenszyklus des Admirals

einzigartig flexibel und als Raupe extrem variantenreich

Der Admiral zählt aktuell zu den häufigsten Tagfaltern in Rheinland-Pfalz. Die Klimaerwärmung der letzten Jahrzehnte hat dazu geführt, dass diese Art, die im letzten Jahrhundert noch ein reiner Wanderfalter war, mittlerweile in Rheinland-Pfalz heimisch ist und sowohl als Falter wie auch als Raupe überwintern kann. Der Admiral ist damit einzigartig flexibel und kommt so mit den heute sehr unterschiedlichen, auch extremen Witterungsverläufen im Jahresverlauf gut zurecht. In Rheinland-Pfalz leben Admirale in der Regel in zwei bis drei Generationen pro Jahr. Besonders vielfältig sind auch die Farbvarianten ihrer Raupen.

Nach der Überwinterung...

Nach der Überwinterung an einem geschützten Ort erscheinen Admirale schon mit den ersten warmen Sonnenstrahlen ab März. Weidenkätzchen sind jetzt oft die erste Nahrungsquelle.

Eiablage

Überwinterte Falter beginnen je nach Witterungsverlauf schon Anfang April mit der Eiablage.

Admirale bevorzugen junge, halbschattig wachsende Brennnesseln. Sie legen aber auch an ältere und an vollsonnig oder schattig stehenden Pflanzen ab.

Die Eier werden einzeln oft auf die Oberseite von jungen Blättern abgelegt.

Jungraupen

Die Raupen schlüpfen in Abhängigkeit der Umgebungstemperatur nach 5 bis 7 Tagen aus den Eiern.

Schon nach wenigen Tagen häutet sich die Raupe zum ersten Mal.

Die Jungraupe lebt innerhalb einer von ihr sehr sorgsam zusammengesponnenen Blatttüte. Der Blattstiel wir oft zusätzlich angenagt, so dass die Tüte nach unten hängt und der Kot gut herrausfallen kann. Hygiene ist der Raupe also sehr wichtig, im Gegensatz z.B. zu Distelfalterraupen, die oft auf waagerechten Distelblättern auf ihren Kotballen leben...

Schwarz-weiße Raupe des Admiral vor der letzten Häutung (L4).

Braun-graue Raupe des Admirals (L4).

Nach einer weiteren Häutung nimmt die Raupe gegen Ende ihres Raupendaseins ihre endgültige Farbe an. Die Farbvarianten der erwachsenen Admiralraupe können sehr unterschiedlich sein, wie die nächsten Bilder aufzeigen.

Farbvarianten der älteren Raupen (L5)

Gelb-grüne Farbvariante der Admiralraupe.

Gelb-rote Farbvariante der Admiralraupe.

Rot-gelbe Farbvariante der Admiralraupe.

Rote Farbvariante der Admiralraupe.

Rötliche Farbvariante der Admiralraupe.

Dunkelrote Farbvariante der Admiralraupe.

Bräunliche Farbvariante der Admiralraupe.

Grau-bräunliche Farbvariante der Admiralraupe.

Graue Farbvariante der Admiralraupe.

Schwarze Farbvariante der Admiralraupe.

Schwarz-gelbe Farbvariante der Admiralraupe.

Rosa-gelbe Farbvariante der Admiralraupe.

Rosa-gelbe Farbvariante der Admiralraupe.

Grün-braune Farbvariante ohne gelbes Band nach Überwinterung

Puppe

Unabhängig von der Farbvariante der Raupe ist die Puppe immer unauffällig braungrau gefärbt mit angedeuteten Mettallflecken. Die Verpuppung findet oft innerhalb eines aus Blättern zusammengesponnen Schutzzeltes statt. (auf dem Bild wurde dieses zum Fotografieren geöffnet)

Frisch geschlüpfte Falter...

Optimal getarnt duch die dunkle Unterseite der Flügel sitzt der frisch geschlüpfte Falter direkt unterhalb der leeren Puppenülle auf trockenen Blättern.

Frisch geschlüpfter Falter beim Sonnenbad.

Frisches Weibchen bei einer Pause zwischen Eiablagen...

Im Juli sieht man die Falter der zweiten Generation oft auf Schmetterlingsfliedern.

...noch ein frisch geschlüpfter Falter...

Überwinterung als Raupe

Seit dem Ende des letzten Jahrhunderts gibt es Beobachtungen zu Raupenüberwinterungen im Südwesten Deutschlands. Im sehr milden Winter 2006/2007 konnte dies in Bingen an einer südexponierten Grabenböschung beobachtet werden. Auf dem Bild ist eine Raupe während der Überwinterung zu sehen. Die Blatttüte wurde zum fotografieren an einem wärmeren Tag geöffnet.

Raupe nach Überwinterung Ende März.

Wanderfalter

Neben der Überwinterung als Raupe wandern im Herbst immer noch Falter zur Überwinterung in südliche Richtungen ab.

Überwinterung als Falter

Zunächst vor allem entlang der warmen Flußtäler, mittlerweile aber auch in allen nicht zu kühlen Lagen von Rheinland-Palz überwintern Admirale als Falter. Sehr gerne nutzen sie dazu die immergrünen Blätter des Efeu, um in deren Schutz zu überwinten. An warmen Tagen saugen sie dann auch oft noch an den späten Efeu-Blüten.

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