C-Falter (Polygonia c-album)

Lebenszyklus des C-Falters

Weit verbreitet, aber unscheinbar und polyphag

Der C-Falter ist in Rheinland-Pfalz verbreitet anzutreffen. Er ist aber unaffällig und fast immer nur in geringen Dichten vorhanden. Aufgrund des auffälligen weißen C auf der Hinterflügelunterseite ist die Art eindeutig zu bestimmen. Neben zwei überwinternden Formen (F. c-album & f. variegata) tritt partiell noch eine Sommerform (f. hutchinsoni) auf. Die Raupen können an sehr unterschiedlichen Pflanzen fressen.

Nach der Überwinterung als Falter kann man bereits an warmen Tagen im März wieder die ersten Falter beobachten. Sie richten sich dann an südexponierten Waldrändern, Böschungen oder auf Wegen Reviere ein und saugen gerne an Kot oder Aas am Boden.

Auch erhöhte vertrocknete Pflanzenteile können als Revieransitz dienen. Hier warten die Männchen auf vorbeifliegende Weibchen.

Die ersten Blüten, wie hier die männlichen Blüten der Salweide oder etwas später die Blüten der Schlehen werden gerne als Nektarquelle genutzt.

Bereits Ende März beginnen die ersten Weibchen mit der Eiablage.

Die Eier sind hellgrün und haben eine fast halbkugelförmige Gestalt. Die Eier des C-Falters besitzen 10 deutlich erkennbare Längsrillen. Die Raupen des C-Falters sind polyphag. Dementsprechend werden die Eier an sehr verschiedenen Pflanzen abgelegt - z.B. an Brennnessel, Ulme, Hasel, Hopfen und Johannisbeere oder Stachelbeere.

Nach 7 bis 10 Tagen durchbeißt die Raupe die Eischale und schaut heraus. Schon bald beginnt sie auf der Unterseite eines Blattes mit dem Fressen.

Die L1-Raupe ist meist bräunlich-grau gefärbt und besitzt lange Haare und eine schwarze Kopfkapsel.

Die Jungraupe ist meist schwarz-grau gefärbt und hat schon kurze Dornen.

Die älteren Raupen nehmen eine rotbraune Färbung mit einem weißen Sattelfleck an. Kurz nach der Häutung ist die Kopfkapsel aber noch transparent und die Färbung gelblich.

Nach dem Aushärten der Kopfkapsel wird diese schwarz, die Haut der Raupe hat jetzt eine rotbraune Grundfärbung mit großen weißem Sattelfleck und filigranen hellen Dornen. Die Dornenansätze sind grauschwarz. Sie besitzt seitlich Längswellen und auf dem Rücken Querstreifen. Die Raupe ähnelt auch mithilfe ihrer gekrümmten Ruhehaltung einem Haufen Vogelkot und ist so auf der Blattunterseite optimal getarnt.

Im Juni verpuppt sich die Raupe der erste Generation nicht selten an der letzten Fraßpflanze.

Mitte bis Ende Juni schlüpfen in warmen Regionen die Falter der ersten neuen Genration des Jahres. Dies sind oft Falter der Sommerform (f. hutchinsoni). Diese Falter paaren sich schon bald wieder und legen eine partielle zweite und deren Nachkommen manchmal sogar noch eine partielle dritte Generation von Faltern an.

Es schlüpfen aber auch Falter der überwinternden Formen wie auf dem Bild (f. variegata). Diese pflanzen sich erst im nächsten Frühjahr wieder fort. 

Die Flügelränder der Sommerform sind etwas weniger ausgefranst. Die Flügeloberseite, aber auch die Unterseite ist oft heller gelblich.

Ein Männchen der Sommerform (f. hutchinsoni) mit hellerer Flügeloberseite und nur leicht ausgefranstem Hinterflügelrand.

Ein Falter der Überwinterungsformen mit hellen Flügeloberseiten aber stark ausgefransten Hinterflügelrändern.

Ein Weibchen der Sommerform (f. hutchinsoni). Die Weibchen sind etwas größer als die männlichen Falter.

Während im Frühjahr die Eier oft auf Bäumen und Sträuchern abgelegt werden, findet die Eiablage im Sommer vermehrt an Brennnesseln statt. Aber auch frische Blätter von Salweiden und Hasel werden gerne belegt. Die Ablage erfolgt an luftfeucht und halbschattig stehenden Pflanzen.

Auch unter den Brennnesselblättern sind die Raupen trotz ihrer Größe nur schwer zu finden.

Eher selten werden auch die Puppen des C-Falters - hier an einer Brennnessel neben einem Walldweg - in der Natur gefunden.

Ein heller frisch geschlüpfter Falter der überwinternden Formen mit ausgefransten Hinterflügelrändern im Herbst.

Seltener treten bei uns Falter mit einfarbig dunklen Flügelunterseiten auf. Auch bei diesem Tier handelt es sich um eine Überwinterungsform.

Ein weiterer frisch geschlüpfter Falter im Herbst.

Auch beim abgebildeten Tier im Spätherbst erkennt man die ausgefransten Hinterflügelränder. Im Herbst saugen C-Falter auch gerne neben Blüten wie auf dem Bild an reifem, am Boden liegenden Obst.

C-Falter überwintern oft im Freien unter Ästen oder an Stämmen von Bäumen, aber auch unter Efeublättern. Erst im nächsten Frühjahr wird sich dieser Falter paaren.

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