Tagpfauenauge (Aglais io)

Lebenszyklus des Tagpfauenauges

Ein wirklich edler Falter ...

Das Tagpfauenauge zählt zu den häufigsten Tagfaltern in Rheinland-Pfalz. Die Falter sind aufgrund der namensgebenden auffälligen großen Augen unverwechelbar. In Rheinland-Pfalz leben sie in der Regel in zwei Generationen pro Jahr. Auf dem Bild ist ein frisch geschlüpftes Tagpfauenauge der Spätsommergeneration im August auf einer Zinie in einem Garten zu bewundern.

Nach der Überwinterung als Falter ...

Tagpfauenaugen überwintern als Falter z.B. in Höhlen, Kellern oder Autogaragen. Nach der Überwinterung erscheint das Tagpfauenauge bereits im März an den ersten wärmeren Tagen des Jahres. - Die Falter sonnen sich gerne auf vegetationsfreien, windgeschützten Stellen in südexponierten Lagen. Die Männchen besetzen hier Reviere, die sie gegen alles, was in das Revier eindringt, verteidigen.

Kurz nach den Männchen erscheinen auch die Weibchen. Die Geschlechter sind optisch kaum voneinander zu unterscheiden.

Tagpfauenaugen nutzen zu Beginn des Jahres fast alle jetzt vorhandenen Nektarquellen, wie hier den Löwenzahn. Sie saugen jetzt auch gerne an Weidenkätzchen, Schlehenblüten und Günsel.

Schon bald begimnnt die Balz. Auf dem Bild ist eine Fehlbalz mit einem Weibchen des Kleinen Fuchses im Sommer zu sehen. Die Balz findet oft im Verborgenen statt. - Bei der Balz versucht das Männchen durch Betrommeln der Hinteflügel des Weibchens dieses in Paarungsstimmung zu versetzen.

Etwas später als der Kleine Fuchs beginnt das Tagpfauenauge erst Ende April / Anfang Mai mit der Eiablage auf Brennnesseln.

Eine Besonderheit beim Tagpfauenauge ist die gemeinsame Eiablage mehrerer Weibchen unter dem gleichen Blatt einer Brennnessel. Dies kommt insbesondere im Sommer bei der Eiablage der zweiten Generation im Juli vor.

Auf dem Bild ist ein weiterer Beleg für eine gemeinsame Ablage zweier Weibchen an einer Brennnessel zu sehen. So können später mehrere hundert Raupen in einem Gespinst vorkommen. Dadurch sind die Raupen insbesondere gegen Parasiten etwas besser geschützt.

Ein frisch abgelegter Eihaufen des Tagpfauenauges kann bis zu 200 und mehr Eier enthalten. Am gleichen Blatt können auch selten mehrere Eihaufen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien vorkommen.

Die jungen Raupen leben zunächst zusammen in einem gemeinsamen Gespinst.

Insbesondere die zweite Generation im Sommer (Juli) ist oft stark von Parasiten, vor allem Schlupfwespen bedroht. Die Raupen haben aber als Gruppe Abwehrmechanismen ausgebildet, bei denen sich einzelne Raupen opfern und die Schlupfwespe durch festbeißen daran hindern weitere Raupen zu parasitieren.

Jungraupen im Schutz der Gemeinschaft.

Die älteren Raupen (L4/L5) vereinzeln sich und verteilen sich auf den Brennnesselbeständen. 

Die Verpuppung erfolgt nur selten auf der letzten Fraßpflanze. Die Raupen entwickeln in der Endphase aufgrund von hormonellen Einflüssen einen Bewegungsdrang und gehen auf Wanderschaft, bis sie einen dunklen trockenen Platz zur Verpuppung gefunden haben.

Eine Puppe (Zuchtfoto) an einer Brennnessel.

Im Spätsommer sind die soeben geschlüpften Falter der zweiten Generation auf den nach der Mahd wieder aufblühenden Klee- oder Luzernefeldern beim saugen von Blütennektar zu sehen.

Auch Sommerflieder-Blüten zählt bei den Tagpfauenaugen zu den begehrten Nektarquellen.

Frischer Falter auf Brombeerblatt.

Wunderschöne Farben.

Zu den Feinden des Tagpfauenauges gehören die Krabbenspinnen, die oft in der Blütenfarbe getarnt, ihrem Opfer in Blüten von Wildpflanzen auflauern.

Bei ungünstigem Wetter, wie hier bei einem Regenschauer im Sommer ziehen sich die Falter z.B. unter einem Brombeerstrauch zurück. Mit zusammmengeklappten Flügeln sind sie aufgrund der schwarzen Flügelunterseiten hier optimal getarnt.

Im Oktober sind die Falter nur noch selten zu sehen.

Im Spätherbst werden vegetationfreie, windgeschützte Stellen zum kurzen Aufwärmen genutzt, bevor sich die Falter an geschützten Stellen in Baumhöhlen oder im Siedlungsbereich in Kellern oder Autogaragen zur Überwinterung zurückziehen.

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